Anno Jordan

Wir kommen zurück auf die Konferenz „Die Rolle der Ernährung bei Demenz – Prävention und Behandlung“ bei der New Yorker Akademie der Wissenschaften aus dem Jahr 2015.

Im Vortrag: „Deteriorating Brain Glucose Uptake: Implications for Alzheimer’s Disease“ [Störung der Gehirn-Glukose-Aufnahme: Auswirkungen für die Alzheimer-Erkrankung] zeigt Prof. Stephen Cunnane (Université de Sherbrooke, Canada) gut nachvollziehbar, dass Alzheimer mit einer 30-40 Jahre vor Auftreten von klinischen Symptomen beginnenden Störung des Glukose-Stoffwechsels in ganz charakteristischen Zonen des Gehirns beginnt.

Demenz und Ernährung IIDaraus abgeleitet werden Überlegung zur Keto-Therapie und Prävention von Demenzerkrankungen. Bei unserer üblichen, kohlenhydratreichen Ernährung stellen Keton-Körper nur 1-3% des „Gehirnbrennstoffs“ dar und 97% wird über Glukose bereitgestellt. Bei Hungerzuständen oder beim Fasten sieht die Sache anders aus. Mangels vorhandener Glukose produziert die Leber nun vermehrt diese Keton-Körper, die vom Gehirn problemlos als vollwertiger Brennstoff genutzt werden können. Lange vor der Autoindustrie hat also die Natur bereits den Hybrid-Antrieb erfunden.

Da Alzheimer-Demenz mit einer Störung des Glukose-Stoffwechsels beginnt (Insulinresistenz), leiden die Nervenzellen unter einer kontinuierlichen Unterversorgung mit Energie und sterben in allerletzter Konsequenz ab. Daher stammt auch die Bezeichnung Diabetes Typ 3 für diese Form der Demenz. Glücklicherweise können aber von Alzheimer betroffene Gehirne bzw. Nervenzellen Keton-Körper genauso gut verwerten, wie gesunde Gehirnstrukturen (solange sie noch nicht abgestorben sind). Folglich kann die mangelnde Glukose-Versorgung weitestgehend durch den Alternativbrennstoff Keton-Körper behoben werden (bis zu einem Anteil von etwa 65%).

Die von Prof. Cunnane aufgeführten Studien zeigen: durch eine streng kohlenhydratarme Ernährung, Fasten und/oder durch die Gabe von mittelkettigen Fettsäuren (insbesondere Kokosöl) wird ein Anteil von z.B. 10% Ketonkörper an der Energieversorgung des Gehirn mühelos erreicht.

Für die Demenz-Prävention und –Therapie bedeutet das:

  • Vermeidung bzw. Abbau einer Insulinresistenz durch kohlehydratarme Ernährung und ausreichende sportliche Betätigung insbesondere bei Risikogruppen (genetische Risikogruppen, Prä-Diabetesgruppen, gesunde Ältere).
  • Versorgung des Gehirns mit Ketonkörpern über eine ketogene Ernährung (in akuten Fällen) und vorbeugend mit mittelkettigen Fettsäuren im alltäglichen Ernährungsschema.

Leider sind diese Erkenntnisse in unseren heutigen Seniorenheimen und Pflegeeinrichtungen nahezu unbekannt und die Versorgung mit Zucker und Süßem im Überfluss ist Standard. Helfen Sie mit, im wahrsten Sinne des Wortes Licht ins Dunkel zu bringen!


Bücher zum Thema:

von Mary T. Newport, Helga Rohra (Vorwort), Rotraud Oechsler (Übersetzer)

Erscheinungsjahr 2014

von Dr. med. Kurt Mosetter, Thorsten Probost, Dr. Wolfgang A. Simon, Anna Cavelius

Erscheinungsjahr 2014

von Dr. med. Michael Nehls

Erscheinungsjahr 2014


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