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Jörg Spitz

In der dritten Besprechung eines Beitrags aus der  Konferenz „Die Rolle der Ernährung bei Demenz – Prävention und Behandlung“, bei der New Yorker Akademie der Wissenschaften aus dem Jahr 2015, kümmern wir uns um das Thema : Vitamin und Prävention kognitiver Erkrankungen.

In seinem Vortrag befasst sich Dr. med. Cédric Annweiler vom Angers University Hospital in Paris speziell mit dem Thema Vitamin D und Demenzprävention [Vitamin D in Dementia Prevention].

Dr. Annweiler gibt einen sehr guten Überblick über Beobachtungsstudien zur Fragestellung, in welcher Weise kognitiver Verfall und Vitamin D-Mangel zusammenhängen bzw. welche Rolle Vitamin D insgesamt bei der kognitiven Leistung spielt und was man über die präventive Wirkung von Vitamin D in Bezug auf Demenzerkrankungen heute schon weiß.
Demenz und Ernährung III

Zusammenfassend ergibt sich das folgende Bild:

Vitamin D ist ein Neurosteroid-Hormon welches:

  • immense neurophysiologische Wirkungen hat,
  • definitiv neuroprotektiv wirkt und
  • ebenso vaskulär-protektive Eigenschaften hat (Schlaganfallprävention).

Ein Vitamin D-Mangel bedeutet:

  • ein deutlich erhöhtes Risiko für einen allgemeinen kognitiven Verfall,
  • einen verstärkten Verlust von Exekutivfunktionen des Gehirns (Verhaltenssteuerung unter Berücksichtigung der Umwelt) und
  • eine erhöhte Wahrscheinlichkeit für das Entwickeln beziehungsweise den Ausbruch einer Alzheimer-Demenzerkrankung.

In Bezug auf Interventionsprojekte mit Vitamin D-Gaben sind noch nicht alle Details geklärt, aber schon heute lautet das Fazit:

Eine erhöhte Aufnahme von Vitamin D durch die Ernährung oder Supplemente verbessert die kognitive Leistung, reduziert das Risiko von Alzheimer signifikant und vermindert potentiell den Abbau der  kognitiven Fähigkeiten bei Personen, bei denen schon eine Demenzerkrankung diagnostiziert wurde.

Dr. Annweiler berichtet, dass ein internationales Expertengremium die folgenden drei Fragen:

  • Kann ein Vitamin D-Mangel als Risiko für den Ausbruch von kognitiven Störungen und Alzheimer-Demenz verstanden werden?
  • Kann der Vitamin D-Status eine Erklärung für die Variabilität in den Symptomen der Alzheimer-Demenz bei älteren Patienten sein?
  • Sollte Vitamin D-Gabe Teil des Krankheitsmanagement bei kognitiven Erkrankungen und Alzheimer-Demenz sein?

eindeutig mit “Ja” beantwortet!

Leider sind auch diese Erkenntnisse in unseren heutigen Seniorenheimen und Pflegeeinrichtungen nahezu unbekannt.

Also gilt das Motto: raus in die Sonne, Vitamin D-reiche Nahrung genießen (auch wenn die Mengen aus diesen Quellen ausgesprochen limitiert sind) und vor allem den fehlenden Bedarf supplementieren (unter Kontrolle des Vitamin D-Blutspiegels mit einem Zielwert von rund 60 ng/ml).

Bei älteren Frauen können schon 800 I.E. Vitamin D täglich, über lange Zeiträume eingenommen (in diesem Fall 7 Jahre), eine Reduktion des Alzheimer-Risikos um einen Faktor 5 bedeuten, wie eine nicht placebo-kontrollierte Studie zeigt.


Bücher zum Thema

von Mary T. Newport, Helga Rohra (Vorwort), Rotraud Oechsler (Übersetzer)

Erscheinungsjahr 2014

von Dr. med. Michael Nehls

Erscheinungsjahr 2014


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