Fett macht nicht FETT!!!!

Franziska Wissen

2012 Studium an der Maastricht University (Master of Health Promotion and Health Education). Selbstständige Gesundheitswissenschaftlerin in Projekten der ganzheitlichen Gesundheitsförderung, u.a. in der Raucherentwöhnung, Tabak- und Alkoholprävention, Unternehmenscoaching (Ernährung, Bewegung und Stressmanagement). Mitglied des Vorstandes bei der Deutschen Gesellschaft für Paläoernährung (DGPE).
Franziska Wissen

Eine ganz aktuelle (online veröffentlicht am 6. Juni 2016) randomisiert-kontrollierte Studie aus Spanien, die mehr als 7000 Probanden über 5 Jahre lang begleitete, bestätigt nochmals, dass die Angst vor Fett unbegründet ist. Die Studie kommt zu folgendem Ergebnis: FETT mach nicht FETT!

ABER es gilt zu beachten: Es muss nach wie vor das richtige Fett sein!

Die Studie

In der aktuellen Studie von Estruch et. al wurden 7447 Frauen und Männer (90% waren übergewichtig), die entweder Typ 2 Diabetes oder mindestens 3 kardiovaskuläre Risikofaktoren hatten, per Zufall 3 unterschiedlichen Ernährungsgruppen zugeteilt:

  1. Olivenöl-Gruppe: Mediterrane Kost mit viel Olivenöl ohne Einschränkung der Kalorienzufuhr
  2. Nuss-Gruppe: Mediterrane Kost mit vielen Nüssen ohne Einschränkung der Kalorienzufuhr
  3. Kontrollgruppe: Empfehlung die Fettzufuhr über die Nahrung zu reduzieren

Ergebnisse

  • Gesamtfettzufuhr: In der Kontrollgruppe hat die Gesamtfettzufuhr von 40% auf 37,4% nach 5 Jahren abgenommen. In beiden „Mediterrane Kost“-Gruppen hat die Fettzufuhr leicht zugenommen, dafür die aufgenommene Eiweiß und Kohlenhydratmenge abgenommen.
  • Gewicht: Alle Teilnehmer nahmen im Durchschnitt ab. Die größte Gewichtsreduktion wurde in der Olivenöl-Gruppe (-0,88 kg) gemessen. Sie unterschied sich von der Kontrollgruppe (-0,60 kg) und der Nuss-Gruppe (-0,40 kg) signifikant.
  • Taillenumfang: Der Taillenumfang nahm bei allen Probanden zu. Die größte Zunahme erfolgte in der Kontrollgruppe (+ 1,2 cm), gefolgt von der Olivenöl-Gruppe (+ 0,85cm) und der Nuss-Gruppe (+ 0,37 cm).

Das Ergebnis dieser umfangreichen Studie zeigt zum wiederholten Male, dass es letztlich nicht die „Fette“ sind, die unseren Körper „verfetten“ lassen. Die größte Gewichtsabnahme zeigte sich in der Olivenöl-Gruppe, die sich signifikant von der Kontrollgruppe unterschied. Beim Taillenumfang ergab sich eine geringe, altersbedingte Zunahme – wobei diese Zunahme bei der Kontrollgruppe mit Abstand am größten war.

Es gibt mittlerweile etliche Studien, die diese Ergebnisse bestätigen und noch immer sind die Ernährungsempfehlungen, die in Deutschland von der DGE gesteuert werden, nicht auf dem aktuellen Stand der Wissenschaft.

Beispiel „Flexi-Carb“ (Nicolai Worm, 2015)

Es gibt bereits ausgearbeitet Ernährungsmodelle/ Empfehlungen, angepasst auf die seit Jahren bekannten „Erkenntnisse“ der Stoffwechselvorgänge in unserem Körper und vor allem auf unseren modernen Lebensstil. Bei Flexi Carb (Nicolai Worm, 2015) „verdient“ man sich z. B. die extra Kohlenhydrate durch Bewegung. Gute Fette spielen hier eine besonders wichtige Rolle. Aber auch Kohlenhydrate und Eiweiße kommen nicht zu kurz, allerdings gilt es hier darauf zu achten die „richtigen“ auszuwählen. N. Worm geht auf die unterschiedlichsten Aspekte im Zusammenhang mit unserem modernen Lebensstil und der sich damit veränderten Ernährungsempfehlung ein. Die Verbindung zwischen Kohlenhydraten und Diabetes, Übergewicht, Schlaf und Bewegung werden erläutert und verständlich in den Kontext der „gesunden“ Lebensweise gebracht. Das schöne an Flexi-Carb ist, dass es kein festes Ernährungsparadigma ist sondern eine flexible Empfehlung für die unterschiedlichsten Lebensstile die jeder für sich auch tagesabhängig variieren kann. Wer das Konzept einmal verinnerlicht hat, dem wird es leicht fallen das lästige Kalorienzählen ein für allemal aus seinem Leben zu streichen und nicht nur sein Wohlgefühl sondern auch seine Wohlfühl-Figur zu (er)halten.

Fazit

Wir brauchen endlich eine Überarbeitung der Ernährungsleitlinien! Da man in Kürze eine solche Änderung leider nicht erwarten kann, ist auch hier jeder selbst gefragt. „Ratgeber“ gibt es etliche – die Ernährungsbranche ist unglaublich vielseitig und es gibt die „tollsten“ Diäten für jeden Geschmack. Wer nicht dauerhaft „diäten“ möchte kann sich auch in unseren Faktenblättern informieren und findet themenbezogene Buchempfehlungen hier.

Das wichtigste aber ist: Hören Sie auf Ihr Bauchgefühl und auf das was Ihnen und Ihrem Körper gut tut!

 

Die Originalstudie können Sie hier nachlesen:

Lancet Diabetes Endocrinol 2016; online 6. Juni


Unsere Buchempfehlung zum Thema


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