Nächtliches Fasten bei Brustkrebs

Helena Jansen

Helena Jansen

Freiberufliche Gesundheitswissenschaftlerin [Master of Health Education and Promotion, 2012] - in Projekten rund um Prävention und Gesundheitsförderung tätig
Helena Jansen

Durch längeres Fasten über Nacht können Brustkrebspatientinnen ihr Risiko auf erneut auftretende Tumore senken.

Zu diesem Ergebnis kamen Amerikanische Wissenschaftler 2016 bei der Datenauswertung der Langzeitstudie Women’s Healthy Eating and Living Study, an der 2413 Frauen mit Brustkrebs im Frühstadium (Durchschnittsalter: 52,4 Jahre) teilnahmen.

Die Wissenschaftler legten das Augenmerk auf den Zusammenhang zwischen nächtlichem Fasten und dem Wiederauftreten eines Tumors bzw. der Sterblichkeitsrate. Anhand von Ernährungsprotokollen wurde zu Beginn der Studie, nach einem Jahr und nach vier Jahren die nächtliche Fastenzeit der Studienteilnehmerinnen über jeweils drei Wochen ausgewertet.


Studienergebnisse

Die statistische Auswertung zeigte, dass Brustkrebspatientinnen, die über Nacht weniger als 13 Stunden fasteten, ein 36% höheres Risiko auf ein Brustkrebs-Rezidiv hatten, als Frauen, die 13 oder mehr Stunden nichts aßen.

Das Sterblichkeitsrisiko aufgrund von Brustkrebs oder anderen Erkrankungen war bei den Frauen mit kürzerer nächtlicher Fastenzeit hingegen nicht erhöht.

Die Wissenschaftler stellten außerdem fest, dass jede 2-stündige Erhöhung der nächtlichen Fastendauer statistisch gesehen mit einem um durchschnittlich 0,37 mmol/l niedrigeren HbA1c (Langzeitblutzuckerwert) sowie längerem nächtlichen Schlaf einhergeht. Eine bessere Blutzuckerregulation und mehr Schlaf könnten die Mechanismen sein, die längeres nächtliches Fasten mit einer besseren Brustkrebsprognose in Verbindung bringen.


Fazit

Die Verlängerung der nächtlichen Fastenzeit ist eine simple, kostenlose und nicht-pharmakologische Methode für Brustkrebspatientinnen um das Risiko auf ein Rezidiv zu senken.

Angesichts der Erkenntnis, dass längeres nächtliches Fasten eine bessere Blutzuckerregulation sowie längerer Schlafdauer in Verbindung steht, könnte nächtliches Fasten möglicherweise auch das Risiko auf Typ-2-Diabetes, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und andere Krebsarten senken. Um diese Vermutung zu bestätigen sind allerdings noch weitere Studien durchzuführen.

Übrigens wird diese Art des Fastens im amerikanischen Sprachraum als “Peak Fasting” bezeichnet. Insofern ist “Spitzen-Fasten”  ein weiterer Baustein der Spitzen-Prävention bei der AMM.


Hier geht’s zum Abstract der Studie:

Marinac, C. R., Nelson, S. H., Breen, C. I., Hartman, S. J., Natarajan, L., Pierce, J. P., . . . Patterson, R. E. (2016). Prolonged Nightly Fasting and Breast Cancer Prognosis. JAMA Oncology, 2(8), 1049-1055.

 

Foto: www.pixabay.de