Keine Blindfische – Omega 3 Fettsäuren können vor diabetischer Retinopathie bewahren

Anno Jordan

Studium der Kernphysik Universität Köln, langjährige und heute andauernde Tätigkeit in IT- und Maschinenbauunternehmen. Projektmanagement der Initiative Life-SMS seit 2013. Publikationen und Beratung zu Präventionsaspekten und Lebensstileinflüssen bei Autoimmunerkrankungen (u.a. auch der MS). Die Arbeit schließt den systemischen Blick auf das Immunsystem als nichtlineares komplexes adaptives System mit ein und greift auf Ansätze aus der Physik zurück.
Anno Jordan

Retinopathie-Risiko halbiert:

Mehr als 500 mg Omega-3-Fettsäuren aus fettem Seefisch täglich können das Risiko halbieren an einer diabetischen Retinopathie (DR) – dem Schreckgespenst jedes Diabetikers – zu erkranken, findet eine spanische Studie heraus.

Die Forscher um Dr. Aleix Sala-Vila aus der Lipid Clinic, Department of Endocrinology and Nutrition in Barcelona führten im Rahmen der PREDIMED-Studie eine prospektive Untersuchung zur Häufigkeit einer die Sehkraft bedrohenden Retinopathie (Netzhautschädigung) bei mittelalten und älteren Menschen mit Typ-2-Diabetes durch.

Das Ergebnis ist beeindruckend:

Von den 3482 Teilnehmern waren 48% Männer und das Durchschnittsalter betrug 67 Jahre. Insgesamt 2611 Teilnehmer (75%) erfüllten die Zielvorgabe bezüglich der Empfehlung 2 mal wöchentliche fetten Seefisch zu essen. Während einer medianen Nachbeobachtung von 6 Jahren konnte die Forschergruppe 69 neue Ereignisse einer diabetischen Retinopathie dokumentieren. Nach der statistischen Bereinigung um Alter, Geschlecht, Interventionsgruppe, Lebensstil und weitere klinische Variablen wurde bei den Teilnehmern, die die Verzehrempfehlung zu Studienbeginn (500 mg/d) erfüllten, ein beeindruckender Effekt festgestellt: Sie hatten ein um 48% reduziertes Risiko für eine die Sehkraft bedrohende diabetische Retinopathie im Vergleich zu denjenigen, die die Verzehrempfehlung nicht erfüllten (<500 mg/d)).

Fazit:

Die Forscher schließen: “Bei Menschen mittleren Alters und älteren Menschen mit Typ-2-Diabetes ist die Einnahme von mindestens 500 mg/d an langkettigen, mehrfach ungesättigten Fettsäuren, die mit zwei wöchentlichen Portionen öliger Fische leicht zu erreichen sind, mit einem verringerten Risiko für eine die Sehkraft bedrohende diabetische Retinopathie verbunden. Die Ergebnisse stimmen mit den Erkenntnissen aus experimentellen Modellen und dem aktuellen Modell der DR-Pathogenese überein.”

Und die Konsequenz:

Jedem Diabetiker sei somit dringend angeraten, eine entsprechende Menge mariner Omega 3 Fettsäuren (EPA und DHA) auf dem Speiseplan zu haben oder geeignet zu supplementieren. Einfacher geht Prävention nicht!

Quelle:

Chew, E. Y., Jun. 2017. Dietary intake of omega-3 fatty acids from fish and risk of diabetic retinopathy. JAMA 317 (21), 2226-2227. http://view.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/28586878


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Photo: Sean Brown / https://unsplash.com/photos/BM0y9zmkA1M