Die Grippesaison lässt grüßen: Vitamin D als Speerspitze bei Atemwegserkrankungen

Anno Jordan

Studium der Kernphysik Universität Köln, langjährige und heute andauernde Tätigkeit in IT- und Maschinenbauunternehmen. Projektmanagement der Initiative Life-SMS seit 2013. Publikationen und Beratung zu Präventionsaspekten und Lebensstileinflüssen bei Autoimmunerkrankungen (u.a. auch der MS). Die Arbeit schließt den systemischen Blick auf das Immunsystem als nichtlineares komplexes adaptives System mit ein und greift auf Ansätze aus der Physik zurück.
Anno Jordan

Es geht derzeit durch die Gazetten und die Medien, die Saison grippaler Infekte und echter Grippe ist im vollen Gange. Viele spüren es am eigenen Leibe und fallen Tage oder sogar wochenlang aus.

Leider wird oft übersehen, dass man durch eine simple Vorsorgemaßnahme Atemwegserkrankungen vorbeugen kann und das schließt Infektionen mit ein. Gemeint ist die Beachtung und Sicherung eines ausreichenden Vitamin D-Spiegels. Eine einfache Maßnahme, um die Wahrscheinlichkeit für eine “Zwangspause in den eigenen Federn” zu senken.

Vitamin D und Atemwegserkrankungen

Wie dem weiter unten verlinkten Fachartikel von Prof. Spitz zu entnehmen ist, wurde in einer US-amerikanischen Studie an 18.883 Personen(*) (Alter > zwölf Jahre) – die einen repräsentativen Querschnitt der US-Bevölkerung („3rd National Health and Nutrition Examination Survey“) darstellen - der Zusammenhang zwischen dem 25(OH)D-Spiegel im Serum und der Anfälligkeit für Infekte der oberen Atemwege in Bezug auf die Jahreszeit untersucht. Dabei korrelierte der Vitamin D-Status invers mit der Infektrate der oberen Atemwege:

Gegenüber den Probanden mit einem 25-(OH)D-Status ≥ 30 ng/ml hatten die Probanden mit einem insuffizienten Status (10 bis 30 ng/ml) eine 1,24-fach erhöhte Infektrate und die Probanden mit einem ausgeprägten Vitamin D-Mangel (< 10 ng/ml) eine 1,36-fach erhöhte Infektrate. Bei Patienten mit Asthma bronchiale oder chronisch obstruktiver Lungenerkrankung (COPD) war war die Infektrate sogar 2,26-fach bzw. 5,67-fach erhöht. Die statistische Wahrscheinlichkeit, dass dieses Ergebnis zufällig ist, liegt bei weniger als 1%.

Die positiven Auswirkungen einer Vitamin D-Supplementation auf akute Atemwegsinfekte zeigt auch eine 2017 erschienene Metaanalyse (**). Sie umfasst 25 evidenzbasierte Studien mit über 10.000 Teilnehmern. Die statistische Auswertung aller Patienten mit einer Vitamin D-Supplementation ergab eine Risikoreduktion von 12 % für eine akute Erkrankung der Luftwege. Eine Subgruppenanalyse ergab dabei für die Patienten unter einer täglichen oder wöchentlichen Vitamin D-Gabe sogar noch eine signifikantere Risikoreduktion von 19 %.

Fazit: Sorgen Sie für einen ordentlichen Vitamin D-Spiegel im Serum um die 40 ng/ml, entweder durch eine Reise in den Süden und ausreichend Sonne oder Supplementierung und künstliche Besonnung. Das Risiko für Atemwegserkrankungen ob chronisch oder infektiös sinkt damit erheblich.

Im Fachartikel aus der Reihe Bibliotheca Hevertica unseres Marktplatzpartners Hevert finden Sie eine ausführliche und differenzierte Betrachtung der Thematik. Einfach hier downloaden:

VITAMIN D - Die doppelte Speerspitze bei Atemwegserkrankungen, Facharzt für Nuklear-, Ernährungs- und Präventionsmedizin, Bibliotheca Hevertica (14), 09/2918

Bleiben Sie gesund!

Ihre AMM

 


Quellen:

*Ginde, Adit A.; Mansbach, Jonathan M.; Camargo, Carlos A. (2009): Association between serum 25-hydroxyvitamin D level and upper respiratory tract infection in the Third National Health and Nutrition Examination Survey. Archives of internal medicine 169 (4), S. 384–390. DOI: 10.1001/archinternmed.2008.560.

**Martineau, Adrian R.; Jolliffe, David A.; Hooper, Richard L.; Greenberg, Lauren; Aloia, John F.; Bergman, Peter et al. (2017): Vitamin D supplementation to prevent acute respiratory tract infections: systematic review and meta-analysis of individual participant data. In: BMJ (Clinical research ed.) 356, i6583. DOI: 10.1136/bmj.i6583.

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