KMM reloaded: Als Einstieg für die Vorträge am 16. und 17. März: Demenzrisiko und zerebrovaskuläre Faktoren

Anno Jordan

Anno Jordan

Studium der Kernphysik Universität Köln, langjährige und heute andauernde Tätigkeit in IT- und Maschinenbauunternehmen. Projektmanagement der Initiative Life-SMS seit 2013. Publikationen und Beratung zu Präventionsaspekten und Lebensstileinflüssen bei Autoimmunerkrankungen (u.a. auch der MS). Die Arbeit schließt den systemischen Blick auf das Immunsystem als nichtlineares komplexes adaptives System mit ein und greift auf Ansätze aus der Physik zurück.
Anno Jordan

Rechtzeitig zur Ausstrahlung an diesem Wochenende, ist gerade eine Studie im “European Heart Journal” zum Thema Demenzrisiko und zerebrovaskuläre Risikofaktoren veröffentlicht worden. Zerebrovaskulär bedeutet "die Blutgefäße des Gehirns betreffend" oder im weiteren Sinn auch "die Hirndurchblutung betreffend". Die Ergebnisse sind auf der einen Seite erschreckend eindeutig, auf der anderen Seite zeigen sie, wie sehr die Demenz von Lebensstilfaktoren abhängt.

Die wesentlichen Ergebnisse

Es sind mehrere Faktoren bekannt, die das Risiko für zerebrovaskuläre Erkrankungen und Demenz erhöhen, aber es gibt nur wenige Hinweise auf Zusammenhänge zwischen multiplen vaskulären Risikofaktoren und bestimmten Aspekten der Makro- und Mikrostruktur des Gehirns im mittleren und höheren Lebensalter bei großen Bevölkerungsgruppen.

Die Studie untersuchte die Zusammenhänge zwischen sieben vaskulären Risikofaktoren und Veränderungen in den Strukturen von Teilen des Gehirns. Die stärksten Effekte zeigten sich in Bereichen des Gehirns, von denen bekannt ist, dass sie für unsere komplexeren Denkfähigkeiten verantwortlich sind und die sich während der Entwicklung der Alzheimer-Erkrankung und der Demenz verschlechtern.

Die Forscher suchten nach Zusammenhängen zwischen der Gehirnstruktur und einem oder mehreren Risikofaktoren für Gefäßerkrankungen, zu denen Rauchen, Bluthochdruck, hoher Puls, Diabetes, hoher Cholesterinspiegel und Fettleibigkeit gehörten, wobei letztere am Body Mass Index (BMI) und am Taillen-Hüft-Verhältnis festgemacht wurde. Diese Faktoren stehen alle mit Komplikationen bei der Blutversorgung des Gehirns in Verbindung, was zu einer verminderten Durchblutung und den abnormen Veränderungen bei der Alzheimer-Krankheit führen kann.

Top-Kandidaten für eine massive Gehirnschädigung

Das Ergebnis der komplexen Untersuchung war mehr als eindrucksvoll: Mit Ausnahme des hohen Cholesterinspiegels sind alle anderen vaskulären Risikofaktoren mit einer stärkeren Schrumpfung des Gehirns, weniger grauer Substanz (hauptsächlich aus Nervenzellen bestehend) und weniger gesunder weißer Substanz (hauptsächlich die Nervenbahnen) verbunden. Je mehr vaskuläre Risikofaktoren eine Person hatte, desto schlechter war ihre Gehirngesundheit.

Fazit:

Demenz ist mitnichten ein unabwendbares Schicksal, sondern zu weiten Teilen unserem Lebensstil geschuldet. Eine Botschaft, die die AMM schon seit einigen Jahren verkündet und die Anlaß genug war, einen ganzen Kongress diesem Thema zu widmen.

Also schalten Sie nicht ab, sondern am 16. und 17. März kostenfrei ein!

Machen Sie sich selbst ein Bild und nutzen Sie die Möglichkeit, die Vorträge von 19 namhaften Experten und Wissenschaftlern auf dem Kongress für menschliche Medizin zum Thema Demenz mitzuverfolgen.

Eine kostenfreie Anmeldung für das Online-Event und weitere Informationen sind unter dem Link https://digitalewelt.spitzen-praevention.com/demenz-online-event/ möglich oder direkt im Anmeldeformular:

Interessenten, die unseren Newsletter schon empfangen, erhalten den Zugangslink automatisch per E-Mail zugesandt und müssen sich nicht noch einmal anmelden.

Übrigens, in Kürze geht auch unser neuestes Projekt “Kompetenz statt Demenz” online. Ein Grund mehr auf dem Laufenden zu bleiben!


Quelle:

Simon R Cox et al, Associations between vascular risk factors and brain MRI indices in UK Biobank, European Heart Journal (2019). DOI: 10.1093/eurheartj/ehz100

Beitragsbild: www.pixabay.de