Kurzgefasst: Omega-3 Fettsäuren in der Schwangerschaft (Prof. von Schacky)

Helena Jansen

Studium der Gesundheitswissenschaften an der Universität Maastricht, Niederlande [M.Sc. Health Education and Promotion, 2012]. Seit 2016 Social Media Managerin der Akademie für menschliche Medizin und Koordinatorin des Projekts SonnenAllianz.
Helena Jansen

Aus der Vortragsreihe des Kongresses für menschliche Medizin 2019 mit dem Schwerpunktthema Schwangerschaft - Prof. Dr. Clemens von Schacky über Omega-3 Fettsäuren in der Schwangerschaft:

Der vollständige Vortrag ist Teil des digitalen Kongresspakets KMM 2019:

Lernen Sie Aktuelles und Wissenswertes vom Kongress für menschliche Medizin zum Thema Tatort Schwangerschaft - Wie in der Kindheit die Krankheiten des Alters entstehen.

Hier die essentiellen Aussagen des Vortrags:

  • Omega-3 Fettsäuren werden für wichtige Stoffwechselfunktionen im menschlichen Körper benötigt, insbesondere in unserem Gehirn. In der Schwangerschaft ist die ausreichende Versorgung mit Omega-3 Fettsäuren eine wichtige Voraussetzung für die gesunde Entwicklung des Embryos.
  • Omega-3 Fettsäuren kommen vor allem in fettreichen Meeresfischen vor oder können alternativ supplementiert werden. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung und andere Fachgesellschaften empfehlen Schwangeren den zusätzlichen Verzehr von mindestens 200 mg Docosahexaensäure (DHA) pro Tag.
  • Allerdings korrelieren Zufuhr und Aufnahme von Omega-3 Fettsäuren kaum, während klinische Effekte eng mit den Spiegeln von DHA und EPA (Eicosapentaensäure) in Erythrozyten (Omega-3 Index) korrelieren. Die meisten Schwangeren in Deutschland haben einen niedrigen Omega-3 Index, selbst wenn sie DHA supplementieren, und verarmen durch die Schwangerschaft weiter. 
  • Ein Anheben des Omega-3 Index von relativ hohen Ausgangswerten in den Zielbereich reduzierte in einer großen Interventionsstudie die perinatale Mortalität des Kindes um 75%, halbierte Frühgeburten vor der 34. Schwangerschaftswoche, und minderte weitere perinatale Komplikationen. In weiteren Interventionsstudien reduzierten EPA und DHA in der Schwangerschaft beim Kind Asthma, persistierendes Keuchen und hatten weitere positive Effekte.
  • Eine Cochrane-Metaanalyse entsprechender Interventionsstudien, die EPA und DHA ungezielt und teils unterdosiert einsetzten, zeigte weniger deutlich positive Ergebnisse, und keine negativen Effekte. 
  • Zusammengenommen unterstützt die Datenlage die Bestimmung des Omega-3 Index vor, in und nach der Schwangerschaft, um zielgerichtet und individualisiert die Spiegel der Schwangeren und Stillenden mit EPA und DHA mit dem Ziel eines Omega-3 Index um 10% zu optimieren.

 

 

von Dr. med. Volker A. Schmiedel

Erscheinungsjahr 2017

von Uwe Gröber

Erscheinungsjahr 2014