Weniger Stress und psychische Erkrankungen durch Omega-3-Fettsäuren

Helena Jansen

Studium der Gesundheitswissenschaften an der Universität Maastricht, Niederlande [M.Sc. Health Education and Promotion, 2012]. Seit 2016 Social Media Managerin der Akademie für menschliche Medizin und Koordinatorin des Projekts SonnenAllianz.
Helena Jansen

Chronischer Stress aufgrund von beruflichen, familiären oder umweltbedingten Einflüssen (Stressoren) ist laut WHO eine der aktuell größten Gesundheitsgefahren für uns Menschen. Epidemiologischen Studien haben gezeigt, dass Stress ein wesentlicher Risikofaktor für die Entstehung von psychischen Erkrankungen wie Depressionen und Angststörungen ist, die im Übrigen zunehmend häufiger auftreten. 

In der Bibliotheca-15 beschreibt unser Netzwerkpartner Dr. med. Volker Schmiedel ausführlich wie Stress entsteht, welche Folgeerkrankungen chronischer Stress hervorrufen kann und welche Aspekte ein ganzheitliches Stressmanagement beinhaltet.

Ein wichtiger Faktor, der beim Thema Stressprävention schnell in Vergessenheit gerät, ist die ausreichende Versorgung des Körpers mit essentiellen Mikronährstoffen. Unser Gehirn, das zu einem großen Teil aus Fetten besteht, braucht insbesondere maritime Omega-3-Fettsäuren als Nährstoffquelle. 

Weniger stressinduzierte psychische Erkrankungen durch Omega-3

Diverse Studien zeigen, dass eine ausreichende Versorgung mit Omega-3-Fettsäuren einen positiven Effekt auf psychische und neurologische Erkrankungen haben, die mit Stress in Verbindung stehen. Hier einige Beispiele:

  • Die Wissenschaftler Rutkofsky, Khan, Sahito und Kumar kamen in ihrer Übersichtsarbeit (2017) zu der Schlussfolgerung, dass Omega-3-Fettsäuren eindeutige positive Auswirkungen auf die Behandlung von Depressionen und bipolaren Störungen haben und eine Supplementierung mit Omega-3 insbesondere als unterstützende Therapie geeignet ist.
  • In ihrer Meta-Studie (2014) zeigten Hawkey und Nigg anhand von 9 Studien, dass ADHS-Patienten niedrigere Omega-3-Spiegel hatten als gesunde Kontrollpersonen. Anhand einer weiteren Meta-Analyse mit 16 Studien (insgesamt 1408 Studienteilnehmer) zeigten sie anschließend, dass eine Omega-3-Supplementierung bei ADHS-Patienten zu signifikanten Verbesserungen der ADHS-Symptomen führt, d.h. zu einer Abnahme von Hyperaktivität und Aufmerksamkeitsstörungen.
  • In einer Follow-up-Studie mit 69 jungen Menschen, die ein hohes Risiko für psychische Erkrankungen aufwiesen, entwickelten 26 innerhalb von 7 Jahren eine Psychose, Angststörung oder Drogenabhängigkeit. Messungen des Omega-3 und Omega-6-Spiegels zeigten, dass das Risiko für diese psychischen Störungen bei denjenigen mit einem ungünstigen Omega-6/Omega-3-Verhältnis um 90% erhöht war (Berger et al., 2017).

Das richtige Verhältnis ist entscheidend: Omega-3 und Omega-6-Fettsäuren

Während die beiden Gegenspieler Omega-6-Fettsäuren und Omega-3-Fettsäuren unserem Körper im Verhältnis von <2,5:1 zugeführt werden sollten, um die Entstehung von Entzündungen im Körper zu verhindern, beträgt das durchschnittliche Verhältnis in der Bevölkerung 15:1. 

Grund dafür ist der übermäßige Verzehr von Fastfood und Fertiggerichten sowie von tierischen Produkten wie Fleisch- und Wurstwaren, Milchprodukte und Eier, die durch Verwendung von Omega-6-haltigem Tierfutter ein ungünstiges Fettsäurenverhältnis aufweisen. 

Eine gute Quelle hingegen sind Wildfleisch, Fleisch und Milchprodukte von Weidetieren ohne Maisfütterung und fettreicher Fisch aus Wildfang. Als Nahrungsergänzungsmittel eignet sich natürliches Fischöl, das ähnlich positive Effekte wie der Fischkonsum hat. Pro Tag sollten dem Körper optimalerweise 2g der Omega-3-Fettsäuren Eicosapentaensäure (EPA) und Docosahexaensäure (DHA) zugeführt werden.

Ausführlichere Fakten über Omega-3 und Omega-6-Fettsäuren gib es in unserem Wissensbereich >>

Fisch- und Algenöl finden Sie u.a. bei diesen AMM-Partnern:

Hevert-Fachtagung für Naturheilkunde zum Thema „Stress – Die globale Herausforderung“ (für Fachpublikum)

Wer sich intensiver mit dem Thema Stress beschäftigen möchte, kann am 19.10.2019 an der kostenfreien Hevert-Fachtagung für Naturheilkunde teilnehmen, bei der neue naturheilkundliche Lösungen für Stress das Leitthema sind. Die Veranstaltung richtet sich an Fachpublikum.

Die Fachtagung findet von 9:00 Uhr bis circa 16:15 Uhr im Hotel Bauer, Feldkirchen bei München, statt. Es erwarten Sie folgende Vorträge: 

  • Dr. med. Parasympathikus – Keynote
    Dr. med. Franz Sperlich
  • Autonome (Dys-)Regulation – neue Perspektiven
    Dr. Roland Reinhardt
  • Stress – Optionen in der Praxis
    Dr. med. Volker Schmiedel
  • Update: Vitamin D3 und autonome (Dys-)Regulation
    Prof. Dr. med. Jörg Spitz

Weitere Informationen zur Fachtagung finden Sie in diesem Veranstaltungsflyer.

Melden Sie sich hier zur kostenlosen Teilnahme an >>


Quellen:

Rutkofsky IH, Khan AS, Sahito S, Kumar V: The Psychoneuroimmunological Role of Omega-3 Polyunsaturated Fatty Acids in Major Depressive Disorder and Bipolar Disorder. Adv Mind Body Med. 2017 Summer;31 (3): 8-16. 

Hawkey E, Nigg JT: Omega-3 fatty acid and ADHD: blood level analysis and meta-analytic extension of supplementation trials. Clin Psychol Rev. 2014 Aug;34(6):496-505.

Berger ME, Smesny S, Kim SW, Davey CG, Rice S et al. Omega-6 to omega-3 polyunsaturated fatty acid ratio and subsequent mood disorders in young people with at-risk mental states: a 7-year longitudinal study. Transl Psychiatry 2017; 7 (8): e1220. doi: 10.1038/tp.2017.190.

Beitragsbild: von Free-Photos auf Pixabay