Wolfgang Spieß

Stress ist eine aus evolutionärer Sicht sinnvolle und natürliche Reaktion auf eine potenziell heikle Situation. In der modernen Gesellschaft haben sich die Gründe für Stress etwas geändert. Für viele Menschen gehören Stress und innere Unruhe zum Alltag. Manchmal ist es schwierig alles unter einen Hut zu bekommen: Haushalt, Familie, Arbeit, Freizeit… Das kann an den Nerven zerren! Um dem wachsenden Stresslevel etwas entgegensetzen zu können, beschäftigen sich Forscher mit alternativen Lösungen für ein Leben ohne Stress und Angst. 

Stress aus biologischer Sicht erklärt 

Aus der Perspektive der biologischen und genetischen Entwicklung werden Stress und Angst als Abwehrmechanismen bezeichnet, die bei der Reaktion auf eine prekäre Situation helfen. Eine Stressreaktion ist ein gut entwickeltes und ausgeprägtes physiologisches und neurologisches Phänomen, das unter bestimmten Bedingungen lebenswichtig wird. 

Stress kann jedoch auch schädlich wirken. Eine anhaltende Stressreaktion auf umweltbedingte und soziale Einflüsse kann die Entwicklung komplizierter Gesundheitsprobleme begünstigen. Dazu können Bluthochdruck, Depressionen und Panikattacken, Gedächtnis- und Kognitionsstörungen, Verdauungsprobleme, Erschöpfungssyndrom oder auch Autoimmunerkrankungen zählen.

Stress ist mit einer veränderten hormonellen Sekretion von Cortisol, Adrenalin und Noradrenalin verbunden. Es ist bekannt, dass chronischer Stress den normalen Schlaf-Wach-Zyklus beeinflusst. Das liegt an einem veränderten zirkadianen Cortisolspiegel.

Innere Anspannung und schlechter Schlaf 

Stress, innere Anspannung und Angstzustände haben einen negativen Einfluss auf unser Schlafverhalten, das Immunsystem sowie die Verdauung. 

Viele Menschen kommen schlecht zur Ruhe und leiden unter Schlaflosigkeit, wenn sie gestresst und angespannt sind. Das hat negative Folgen für die Gesundheit. Während der Nachtruhe regeneriert sich der Körper und baut neue Kraftreserven auf. Daher stammt auch das Sprichwort: „Schlaf ist oft die beste Medizin“. Schlaf stärkt die Abwehrkräfte und unterstützt das Immunsystem sowie den Körper im alltäglichen Kampf gegen Infektionen. Je besser wir schlafen, umso effizienter kann unser Immunsystem arbeiten!

Adaptogene - Hilfe aus der ayurvedischen Medizin 

Die traditionelle ayurvedische Medizin hat eine bemerkenswerte Lösung für solche lebensstilbedingten biologischen und psychologischen Zustände: Adaptogene. Das sind Kräuter, die die Reaktionen auf Stress verbessern und dem Körper bei der Anpassung an herausfordernde Situationen helfen. Adaptogene können physiologische Prozesse in Zeiten erhöhten Stresses normalisieren und eine stress-protektive Wirkung haben. 

In der traditionellen Ayurveda und der Unani-Medizin werden die Wurzeln des Ashwagandha bereits lange als Adaptogen verwendet. Die Aufrechterhaltung des allgemeinen Wohlbefindens und die Verbesserung der Vitalität sind die Hauptvorteile dieser "Rasayana". Adaptogene wie Ashwagandha helfen auch gegen Müdigkeit. 

Pharmakologische Studien belegen, dass Ashwagandha ein Mehrzweckkraut ist und beispielsweise entzündungshemmende, neuroprotektive, adaptogene, gedächtnisverbessernde sowie schlaffördernde Eigenschaften hat. Eine an Mäusen mit den wässrigen Suspensionen der pulverisierten Ashwagandha-Wurzel durchgeführte Studie zeigte außerdem eine Anti-Stress-Aktivität. Auch bei Menschen verbessert Ashwagandha-Wurzelextrakt Berichten zufolge das geistige Wohlbefinden, das Essverhalten und reduziert Stress durch seine anpassungsfördernden Eigenschaften zusammen mit der Aufrechterhaltung des normalen endokrinologischen Gleichgewichts.

Wie wirkt Ashwagandha bei Stress?

Sind wir gestresst schüttet der Körper vermehrt das Stresshormon Cortisol aus. Es wird ins Blut abgegeben und regt dort den Stoffwechsel an. Mittlerweile gibt es verschiedene Studien, die anhand des Serum-Cortisol-Spiegels die Wirkung von Ashwagandha auf Stress untersucht haben. Bei Einnahme von Ashwagandha kam es zu einer signifikanten Abnahme des Serum-Cortisol-Spiegels und zu einer signifikanten Reduktion des Stressniveaus. Ashwagandha besitzt also eine Antistress-Wirkung. 

Der Einfluss von Ashwaganda auf die Schlafqualität

Wie oben darstellt hat die Schlafqualität stets einen Einfluss auf den allgemeinen Gesundheitszustand. Schlafmangel kann erwiesenermaßen zu verschiedenen Krankheitsbildern führen. Stress und Angstzustände stehen immer im Zusammenhang mit einer sinkenden Schlafqualität. Dies ist ein Kreislauf, denn besserer Schlaf hilft beim Abbau von Stress und Ängsten, während schlechter Schlaf deren Entstehung begünstigt. 

Ashwagandha, auch Schlafbeere genannt, hat hierfür mehrere hilfreiche positive Eigenschaften: es wirkt beruhigend auf das Nervensystem, hilft entspannter zu sein und besser zu schlafen.

Fazit: Das hilft bei der Stressbewältigung und Schlafproblemen 

Entspannung und guter Schlaf hängen eng zusammen und bedingen sich gegenseitig. Beide Faktoren haben einen großen Einfluss auf das Immunsystem, das gerade in der dunklen Jahreszeit besonders gefordert wird. Daher wird die Verbesserung eines Aspekts wahrscheinlich auch den anderen positiv beeinflussen. Nehmen Sie sich aktiv Zeit für Entspannung und versuchen Sie folgende Methoden: 

  • lockern Sie Ihren Körper durch Dehnübungen und sanfte Bewegung
  • schaffen Sie sich eine entspannende Schlaf-Umgebung
  • üben Sie sich in Achtsamkeit und Dankbarkeit
  • freuen Sie sich über Erfolge und lachen Sie möglichst viel
  • machen Sie Atemübungen
  • unterstützen Sie Ihren Körper mit pflanzlichen Mitteln und Extrakten wie dem Adaptogen Ashwagandha

Der Ashwagandha-Extrakt kann eine Ergänzung zur Stress-Bewältigung sein. Auch bei Angstzuständen kann es hilfreich sein, auf die ayurvedische Heilpflanze zurückzugreifen. Allerdings werden dafür Dosen von 600 mg pro Tag benötigt. Der Einfluss auf das Stressniveau und die Schlafqualität kann schon ab einer Einnahme von 250 mg pro Tag erreicht werden. 

Abschließend kann gesagt werden, dass Ashwagandha das Stressniveau und den Cortisol-Spiegel senkt, die Schlafqualität und Lebensqualität verbessert und in höheren Dosen auch Angstzustände reduziert. 

Bei diesem Beitrag handelt es sich um eine Kurzversion des Gastbeitrags von Wolfgang Spieß. Hier geht’s zur Vollversion im PDF-Format >>

Hinweis der Redaktion: Bitte beachten Sie vor der Einnahme von Präparaten wie Ashwagandha mögliche Kontraindikationen, die gegen die Einnahme sprechen.


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Quelle:

Die Informationen über die Wirkung und den möglichen Einsatzbereich von Ashwagandha stammen aus dieser Studie (EN): 

Salve, J., Pate, S., Debnath, K., & Langade, D. (2019). Adaptogenic and Anxiolytic Effects of Ashwagandha Root Extract in Healthy Adults: A Double-blind, Randomized, Placebo-controlled Clinical Study. Cureus. doi:10.7759/cureus.6466

Beitragsbild: von  Bankim Desai auf Unsplash