Von vielen Menschen wird die aktuelle gesellschaftliche Situation als sehr belastend empfunden – unabhängig davon wie man nun die Lage konkret einschätzt. Nicht wenige, vor allem ältere Menschen, fürchten sich vor einem vermeintlichen „Killervirus“. Andere sind eher in tiefer Sorge ob der staatlichen Zwangsmaßnahmen und sozioökonomischen Folgen der von der WHO ausgerufenen „Pandemielage“.

Sicher lässt sich jedoch eins sagen: Wir erleben seit einem Jahr, dass das Thema Gesundheit & Krankheit wie nie zuvor den gesellschaftlichen Diskurs bestimmt. Fast erscheint es, als ob sich hier eine gewisse Sehnsucht Bahn bricht, der Wunsch nach Wohlbefinden, in einer Welt, die schon in den Jahren zuvor aus den Fugen geraten zu sein schien und die statt Heilung und „dem guten Leben“ für viele Menschen nur noch Stress, Druck und eine immer absurdere Beschleunigung bereit hielt.

So waren nicht wenige Menschen zunächst sicherlich auch ein wenig froh darüber, dass mit den großen Lockdown-Maßnahmen endlich einmal der Fuß vom Gaspedal genommen wurde. Plötzlich – so schien es – kam die große Maschine zum Stillstand und neue Gestaltungskorridore öffneten sich. Die Chance, es künftig besser zu machen, wurde greifbar.

Ein Jahr nach Ausbruch der großen Krise ist von dieser Aufbruchstimmung nicht mehr viel übrig. Viele Menschen sind nervlich und ökonomisch am Ende, die Politik verliert sich in grotesken Schildbürgerstreichen oder veritablen Korruptionsskandalen und die Pharmaindustrie macht das Geschäft ihres Lebens.

Eben jenen letzten Punkt wollen wir diese Woche etwas ausleuchten. Die Akademie für menschliche Medizin arbeitet seit nunmehr fünf Jahren an einem lebensstilorientierten Gesundheitsbewusstsein, wir forschen, publizieren und klären auf, bezüglich aller Fragen, welche vor allem die großen Zivilisationskrankheiten betreffen. Leiden, die weltweit jährlich 40 Millionen Menschen das Leben kosten – ohne, dass diese Fakten die Schlagzeilen in den großen Medien bestimmen.

Volkskrankheit Diabetes

Gerade vor diesem Hintergrund der langjährigen Arbeit zu Gesundheitsfragen, sehen wir als AMM zahlreiche Parallelen zwischen der aktuellen Corona-Situation und dem Umgang von Politik und Pharmaindustrie mit den großen Zivilisationskrankheiten. Und weil der Diskurs in Pandemie-Fragen derzeit häufig sehr verfahren, wenig wissenschaftlich und auch oft stark emotionalisiert geführt wird, macht es Sinn – sozusagen als Vergleichsfall – zu untersuchen, wie unsere Gesellschaft eigentlich mit dem Thema Diabetes umgeht. Vor allem sollte dabei auch die Frage behandelt werden, welche Rolle die Pharmariesen in Bezug auf diese Erkrankung spielen und wie wir sinnvollere Behandlungs- und Präventionsschritte verfolgen könnten.

Glücklicherweise sind wir mit diesem Anliegen nicht alleine, und auch wenn oft recht heftig über „die Medien“ geschimpft wird, gibt es bei vielen Angeboten dennoch auch immer wieder besondere Perlen zu entdecken.

Eine solche Perle veröffentlichte am 26.02.2021 der TV-Sender Arte unter dem Titel „Diabetes, eine lukrative Volkskrankheit“. Eine Dokumentation, die sich uneingeschränkt empfehlen lässt:

Besonders eindrucksvoll zeigt der Film auf, wie mit dem Blutzuckerspiegel praktisch als Marketing-Instrument ein Messwert definiert wurde, der den Verkauf von Insulin in unermessliche Höhen ankurbeln sollte. Um zu gewährleisten, dass die Profite auch nur in die eigenen Taschen wandern, entwickelten die Pharma-Riesen neue, patentierte Analoginsuline, welche dann die Kontrolle über den zuvor definierten Messwert HbA1c gewährleisten sollten. Das Problem: Neben schwindelerregender Kosten für das Gemeinwesen sorgt die auf diese Weise vorgenommene Senkung des Blutzuckerwertes häufig zu massiven Folgeschäden, bis hin zum Herzstillstand.

Die Dokumentation zeigt ebenfalls auf, wie Diabetes-Betroffene und redliche Wissenschaftler und Mediziner anfangen sich zu organisieren und Öffentlichkeit für die Thematik zu schaffen. So sei vor allem die Angst, welche Pharmakonzerne, Medien und manche Ärzte ihren Patienten vermitteln, das große Problem und ethisch fragwürdig. Ein passenderer Reim auf die aktuelle Corona-Lage lässt sich kaum finden.

Auf dem Weg zu einem neuen Gesundheitsbewusstsein

Dass es auch anders geht, wird zum Ende des Films deutlich. Vor allem in Afrika – wo man es sich schlicht nicht leisten kann, den Marketing-Kapriolen der Pharmalobby zu folgen – werden zunehmend Fragen des Lebensstils debattiert. Am Beispiel des Senegal zeigt der Film, wie Menschen in Workshops und Kursen die Grundlagen einer Ernährungsweise näher gebracht werden, die vor Diabetes schützt.

Genau dieses Wissen vermittelt auch die Akademie für menschliche Medizin und die Deutsche Stiftung für Gesundheitsinformation und Prävention (DSGiP) seit Beginn ihres Bestehens.

Im kürzlich erschienenen Essay „Spitzen-Gesundheit im Rahmen einer neuen Gesundheitskultur“ werden die theoretischen Grundlagen dieses Ansatzes erläutert.

Ebenfalls ist in den Jahren ein umfangreiches Schulungs- und Kongressangebot im Rahmen unserer Akademie entstanden. Wie auch die Menschen im Senegal halten wir es für besonders wichtig, zusammenzukommen und die zentralen Lebensstilfragen, welche über Gesundheit und Krankheit entscheiden, zu diskutieren. Da dies derzeit vor allem nur digital möglich ist, empfehlen wir in diesem Zusammenhang unser umfangreiches Kongresspaket zum Thema.

AMM Diabetes-Kongress
Führende Professoren, Mediziner und Experten präsentieren in hochkarätigen Vorträgen die vielfältigen Einflussfaktoren auf die Entstehung und den Verlauf der Diabeteserkrankungen in gewohnter unterhaltsamer Weise. Am Ende stehen konkrete Perspektiven und alltagstaugliche Maßnahmen für die Prävention und Rehabilitation des Diabetes.

So bleibt die Chance, dass aus der aktuellen Krise vielleicht doch etwas positives erwächst: Ein neues Gesundheitsbewusstsein durch Spitzen-Prävention.

Bleiben Sie gesund,

Ihr AMM-Team

Titelbild: TheDigitalArtist auf Pixabay.