Krystian Manthey

Der menschliche Organismus – wie auch der jedes anderen Lebewesens – regeneriert und repariert sich pausenlos selbst. Unermüdlich werden Zellen erneuert, DNA-Fehler beseitigt und Verletzungen geheilt. Allein in der Haut „erblicken“ etwa eine Milliarde neue Zellen jeden Tag das Licht. In jeder Sekunde bildet Ihr Rückenmark 5 Millionen rote Blutkörperchen. Gleichzeitig stirbt dieselbe Menge und schützt uns somit sogar vor Fremdkörpern, die mit dem Tod der Zellen abgebaut werden.

Gäbe es diese ständige Selbstheilung nicht, würde kein Lebewesen existieren können. Selbstheilung ist deshalb ein fundamentaler Baustein, der es jedem Leben ermöglicht, Störungen eigenständig zu beheben und Balance anzustreben. Kommt es jedoch aufgrund zu starker Störfaktoren zu Dysbalancen, überwiegt zum Beispiel entweder Zellabbau (z.B. Osteoporose) oder ungeregelter Zellaufbau (Tumor) und Sie werden krank.

Medizinische Maßnahmen allein können deshalb nicht heilen. Heilen kann nur Ihr Körper selbst. Aber sie können Ihre Selbstheilung unterstützen – oder aber auch verschlechtern.

Insbesondere die eigenen Gedanken, also die Psyche, spielen dabei eine oft noch unterschätzte Rolle, wie eine Studie eindrücklich zeigte: In dieser haben Ärzte schwangeren Frauen erzählt, sie bekämen ein wirksames Mittel gegen ihre Übelkeit. Die Wirkung wurde als sehr gut bewertet. Tatsächlich aber erhielten sie ein Brechmittel. Die pharmakologische Wirkung wurde allein durch die Kraft der Überzeugung und Gedanken somit sogar ins Gegenteil verkehrt. In der Placebo-Forschung findet man mittlerweile einige Beispiele wie diese [1].

Wie werden wir krank?

Um zu verstehen, wie genau ein erkrankter Organismus – egal ob Mensch oder Tier – wieder gesund wird, müssen wir zunächst einen Blick auf die Entstehung von Krankheiten allgemein werfen.

Nehmen wir ein einfaches Beispiel: Wie entsteht eine Erkältung? „Durch Krankheitserreger natürlich“, werden Sie sich denken. Und Sie haben natürlich Recht!

Aber Erregern, Toxinen und Fremdkörpern ist unser Organismus rund um die Uhr „ausgesetzt“. Warum wird man das eine Mal krank und das andere Mal nicht? „Vielleicht weil es besonders aggressive Bakterien oder Viren waren“, lautet eine häufige Vermutung. Und das mag durchaus sein. Trotzdem handelt es sich hierbei meistens noch immer nicht um die wirkliche Ursache.

Denn damit ein unerwünschter Eindringling in Ihren Körper gelangt, muss er zunächst unzählige Abwehrmechanismen überleben, bevor er in der Blutbahn auf die „Endgegner“ trifft – die Antikörper und Immunzellen. Nur, wenn der Erreger sich schneller vermehren kann, als unsere Abwehrzellen in der Lage sind, ihn auszuschalten, werden wir krank.

Die Frage muss also lauten: Warum war unser Immunsystem dieses Mal nicht stark genug oder warum konnte es der Eindringling an allen Abwehrmechanismen vorbei schaffen? Das sind die Fragen, um die eigentliche Ursache zu finden. Ähnlich tief in seiner Analyse muss man bei allen Erkrankungen gehen. Wenn wir hier immer tiefer graben, landen wir bei genau den Dingen, die uns gesund halten – oder krank machen können – und auch die Selbstheilungskräfte stärken oder sabotieren können.

Beispiele für Dinge, die die Selbstheilung stärken sind:

  • eine ausgewogene, pflanzenbetone und nährstoffreiche Ernährung mit wenig Zucker
  • ausreichend und vielfältige Bewegung
  • Lachen, Optimismus und eine bejahende Lebenseinstellung
  • Waldbaden, also der bewusste und achtsame Aufenthalt im Wald
  • Entspannung und Meditation
  • Guter Schlaf

Wir haben also viele Faktoren zur Stärkung der Selbstheilungskräfte selbst in der Hand. Man muss nur wissen welche!

Mehr dazu in

Wa(h)re Gesundheit – Der Gesundheitskompass im Therapie-Dschungel

von Krystian Manthey, Erscheinungsjahr 2021

Über den Autor

Krystian Manthey ist Medizinredakteur und engagiert sich mit all seiner Energie für mehr Gesundheitskompetenz und Nachhaltigkeit in der Gesellschaft. Durch seinen eigenen (erfolgreich beendeten) Leidensweg weiß der erfolgreiche Blogger, wie ermüdend die Suche nach gesundheitlicher Hilfe oft ist. Seine Wissensartikel verhelfen monatlich hunderttausenden Ratsuchenden mit evidenzbasierten Informationen zu mehr Wohlbefinden und Zufriedenheit. Mit seinem neu erschienenen Buch „Wa(h)re Gesundheit: Der Gesundheitskompass im Therapie-Dschungel“ mit Vorwort von Prof. Gerald Hüther macht der Autor die Essenz und Kernerkenntnisse der modernen Gesundheitsforschung in aggregierter und laiengerechter Form zugänglich.

Quellen:

  1. Hansen, E., & Zech, N. (2019). Nocebo Effects and Negative Suggestions in Daily Clinical Practice – Forms, Impact and Approaches to Avoid Them. Frontiers in pharmacology, 10, 77. https://doi.org/10.3389/fphar.2019.00077

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