Jörg Spitz
Menschliche Zelle

Inhaltsverzeichnis

Liebe Leserinnen und Leser, 

in dieser Artikelreihe ermöglichen wir Ihnen einen Überblick und das grundlegende Verständnis dazu, warum aus unserer Sicht die Kenntnis der epigenetischen Zusammenhänge in unserem Körper Grundlage und Schlüssel der Prävention und Gesundung, insbesondere bei chronischen Erkrankungen darstellt. Wir versuchen Sie dabei, soweit wie möglich, von bio-medizinischem Fachjargon zu verschonen und stellen Zusammenhänge auf dieser Ebene ggf. vereinfacht dar. In diesem Sinne wünschen wir Ihnen erhellende und gesundmachende Erkenntnisse. 

Bisher erschienen: Epigenetik von A – Z: Am Anfang steht die Zelle 

Ihr  

Jörg Spitz und das Team der AMM 


Die Barrierefunktion der Zellmembran

Wie schon im letzten Artikel berichtet, ist die reibungslose Kommunikation zwischen den Körperzellen der entscheidende Faktor für ein gesundes Funktionieren aller Organe und somit des gesamten Körpers.  

Jede Körperzelle ist von einer sogenannten Zellmembran umgeben, die ihr inneres Milieu aufrechterhält. Diese Membran stellt einen Schutzwall gegenüber der Umgebung für das Innere der Zelle dar, um den optimalen Ablauf der Prozesse in der Zelle sicherzustellen. 

Das sogenannte Zytoplasma des Zellinneren besteht aus dem Zytosol als der flüssigen Phase samt den darin gelösten Stoffen und Proteinen sowie dem festeren Zytoskelett. Im Zytoplasma liegen weiterhin verschiedene Organellen (die Organe der Zellen). Primär hat das Zytoplasma die Aufgabe, den Transport von Stoffen innerhalb des Zellkörpers zu gewährleisten, womit es als Medium dient, um Nährstoffe, Ionen und Enzyme von einer Organelle zur nächsten zu transportieren. 

Die Zellmembran

Die Zellmembran ist die Lebensversicherung unserer Zellen. Ohne sie geht gar nichts. Ja, sie haben richtig verstanden. Nicht der Zellkern birgt das wahre Geheimnis des Lebens, wie Sie vielleicht im Biologieunterricht gelernt haben, sondern die biologischen Mechanismen der Zellmembran. Wenn man im Labor den Zellkern einer Zelle entfernt, ist sie noch für einige Stunden lebensfähig. Entfernt man dagegen die Zellmembran, bedeutet das den sofortigen Tod der Zelle. 

Die Zellmembran ist dabei gerade mal sieben Millionstel Millimeter dick. Sie ist eine halb durchlässige, dreischichtige Hülle, die das Zytoplasma zusammenhält. Doch sie fungiert auch als Kontrollmechanismus und bestimmt, was in die Zelle hineingelangt und was hinaus. Die Zellmembran besteht zu einem großen Anteil aus einer Phospholipid-Doppelschicht, die der Zellmembran ganz besondere Eigenschaften verleiht. Wasserliebende Schichten finden sich an der Außenseite (im Bild weiß) und fettliebende Eigenschaften an der Innenseite (im Bild gelb). 

Damit stellt sie eine wasserundurchlässige Barriere dar, womit innerhalb der Zelle ein konstantes Milieu aufrechterhalten werden kann. Es kann also kein Wasser oder ein anderer Stoff einfach so durch die Zellmembran hindurchdringen. Die Fettschicht der Membran verhindert das.Diese Eigenschaft der Zellmembran stellt sicher, dass alle biologischen Prozesse innerhalb der Zelle ordnungsgemäß in einem konstanten Milieu ablaufen können. 

Doch die meisten Zellnährstoffe bestehen aus geladenen polaren Molekülen, und diese müssen einen Weg finden die Barriere zu durchdringen, damit die Zelle diese zuführen und Abfallprodukte abführen kann. Dafür gibt es die sogenannten integralen Membranproteine. Sie befinden sich ebenfalls in der Zellmembran und sind Rezeptoren oder Kanäle, die bestimmte Signale aus der Umwelt empfangen und in die Zelle weiterleiten oder bestimmte Stoffe durch die Kanäle hinein und hinaus transportieren können. 

Epigenetik und Zellen

Die Zellmembran ©HealVersity 

Während also die Phospholipid-Doppelschicht kein Wasser oder andere Stoffe in die Zelle gelangen lässt und somit eine physische Barriere darstellt, können durch die integralen Membranproteine gezielt Stoffe in die Zelle hinein und aus ihr heraus gelangen.  

Signalübertragung in die Zelle

Über Rezeptoren (bestimmte Proteine) kann die Zelle Informationen von außen aufnehmen. Sie bekommt also Informationen und kann dadurch erfahren was in ihrer Umwelt geschieht! Jede Zelle hat Rezeptoren die als Umweltsensoren fungieren. Für jedes Umweltsignal haben die Zellen speziell abgestimmte Rezeptoren. Beispielsweise für Histamin, Östrogen oder Insulin.  

Die Antennen der Rezeptoren können auch Schwingungsfelder wie Licht, Klang und Radiowellen empfangen. Wenn in der energetischen Umgebung der Zelle eine Schwingung auftritt, die mit der Antenne des Rezeptors in Resonanz ist, so verändert sich die Ladung des Proteins und der Rezeptor verändert seine Form. Somit ist die Annahme, nur chemische Moleküle könnten auf die Zelle einwirken, hinfällig. Das erklärt auch die Sensitivität der Zellen auf bestimmte elektromagnetische Strahlungsfelder und die Kraft der Meditation. 

Fettsäuren: Mangel an Phospholipiden und gestörte Zellmembranen

Funktioniert die Zellmembran nicht richtig, kann die Zelle nicht mehr richtig mit ihrer Umwelt kommunizieren. Die Zelle erkrankt. Das Problem liegt für viele Menschen in unserer industriellen Gesellschaft an einem Mangel an hochwertigen Fettsäuren und Phospholipiden 

Die Zellmembran besteht aus funktionstüchtigen Fettsäuren, wie den gesättigten Fettsäuren und ungesättigten Fettsäuren, aber auch aus funktionsuntüchtigen Fettsäuren, den Transfettsäuren. Von diesen Transfettsäuren sollten wir nicht zu viele in der Zellmembran haben, da sie keine Funktion in der Zellmembran übernehmen.  

Das Problem jedoch ist, dass die Transfettsäuren in industriell gefertigten Lebensmitteln teilweise reichlich vorhanden sind (Pommes, Pizza und Co.) und gerade diese Art der Nahrung sich oft großer Beliebtheit erfreut.  

Der Fokus in der Ernährung muss also auf den funktionstüchtigen Fettsäuren liegen. Gesättigte Fettsäuren sind nur gelegentlich im Mangel, teilweise sogar im Überfluss vorhanden. Wir brauchen aber trotzdem zwingend gesättigte Fettsäuren. Sie sind z.B. ein wichtiger Energielieferant. Die Qualität muss allerdings stimmen. Hochwertig gesättigte Fettsäuren findet man beispielsweise in Kokosöl oder in MCT-Ölen. 

Die meisten Menschen weisen allerdings einen Mangel an ungesättigten Fettsäuren in der Zellmembran auf. Sie werden unterteilt in: 

  • einfach ungesättigte Fettsäuren, wie die Nervonsäure oder Ölsäure (Hauptbestandteil des gesunden Olivenöls) und 
  • mehrfach ungesättigte Fettsäuren, diese werden wiederum 
  • unterteilt in Omega-3 Fettsäuren und Omega-6 Fettsäuren. 

Über die Wichtigkeit eines artgerechten Verhältnisses von Omega 3/Omega 6-Fettsäuren in der Ernährung (1:2-2,5) haben wir mit Blick auf entzündliche Vorgänge schon oft berichtet. 

(siehe auch: AMM Wissen Omega 3 Fettsäuren) 

Phospholipide 

Kommen wir nun zum zweiten Bestandteil der Zellmembran, der oft im Mangel ist bzw. in einem gestörten Verhältnis vorliegt, den Phospholipiden. Gibt es unverhältnismäßig viele Phospholipide mit gesättigten Fettsäuren ist die Zellmembran sehr steif und macht dicht. Nährstoffe können nicht mehr richtig aufgenommen werden.  

Gibt es andererseits unverhältnismäßig viele Phospholipide mit ungesättigten Fettsäuren in der Zellmembran, wird diese durchlässiger für Wasser. Somit wird die Fluidität – die Fließeigenschaft – der Zellmembran erhöht und die Zelle ist anfälliger für Giftstoffe. 

Zusammenfassung: 

Wir brauchen verschiedene Fettsäuren: gesättigte Fettsäuren und ungesättigte Fettsäuren. Das Verhältnis der Fettsäuren ist ausschlaggebend. Vor allem bei Omega-3 zu Omega-6, damit unser Körper die wichtigen Omega-3 Fettsäuren EPA und DHA bilden kann und entzündungsfördernde Fettsäureanteile nicht überhandnehmen. Die Fettsäuren wiederum müssen in einem richtigen Verhältnis zu den Phospholipiden stehen, da die Zellmembran sonst zu durchlässig wird oder aber dicht macht und kaum noch Nährstoffe durchlässt. 

Und warum ist das so wichtig für die Epigenetik? 

Die Signale, die unsere Zelle wahrnimmt, wie Hormone oder andere Botenstoffe können dazu führen, dass Gene an- oder abgeschaltet werden. Ist unsere Zellmembran in einem schlechten Zustand, also z.B. zu durchlässig, dann können Gifte leichter in die Zelle eindringen oder Signale nicht richtig verarbeitet werden und so epigenetische Vorgänge falsch aktiviert oder deaktiviert werden, die dann auf unsere Gene wirken. Eine gesunde Zellmembran hilft uns also Signale richtig zu verarbeiten. 

Und sie schützt das Innere der Zelle vor drohenden und realen Gefahren! 

Begleiten Sie und gerne weiter auf der interessanten Reise durch die Welt der Epigenetik! 

Bisher erschienen: Epigenetik von A – Z: Am Anfang steht die Zelle 


Für diejenigen, die tiefer einsteigen wollen…

Über die erste Epigenetik-Coach-Ausbildung Deutschlands über „HealVersity“ vormals „deine Mindbase“ in Zusammenarbeit mit der Akademie für menschliche Medizin, hatten wir schon berichtet und schon eine Vielzahl von Interessenten für den Kurs begeistern können. 

Im Juni 2022 beginnt nun die nächste Ausbildungsrunde. Alles wichtige zu diesem intensiven und von uns begleitenden Ausbildungsprogramm, welches in einer Zertifizierung endet, finden Sie hier: 

Hier geht es zur Informations- und Anmeldeseite!  

Auch auf das Spitzen-Gespräch zwischen dem Arzt Dr. Manuel Burzler (Mitgründer von deine Mindbase bzw, HealVersity) und Prof. Spitz hatten wir schon hingewiesen. Sie können es sich aber gerne hier noch einmal anschauen: 

Spitzen-Gespräch Epigenetik und Zellen: Prof. Jörg Spitz und Dr. Manuel Burzler

Für alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer, die sich über die AMM anmelden bzw. bei der Anmeldung die AMM als Referenz angeben hält „HealVersity“ besondere Vorteile bereit. So erhalten Sie die Möglichkeit im Rahmen der Live-Veranstaltungen des Kurses an einer persönlichen Diskussionsrunde mit Prof. Dr. med. Jörg Spitz teilzunehmen und auf den besonderen Wissens- und Erfahrungsschatz des AMM-Gründers zuzugreifen. Bitte beachten Sie also, bei Ihrer Anmeldung die Akademie für menschliche Medizin als Referenz anzugeben. 

Hier geht es zur Informations- und Anmeldeseite! 

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Beitragsbild:

Foto von Fayette Reynolds M.S. auf Pexels

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