Logik der Krankheitsbilder - Bibliothek der Psychoanalyse

Ausgehend von dem Phänomen der umstrittenen ICD-10 (Internationale Klassifikation der Krankheiten) nimmt Dr. med. Anna Elisabeth Landis die Untersuchung der Konzeption bisheriger, jetzt also veralteter, Krankheitsbilder vor, welche es als solche in der ICD-10 nicht mehr gibt. Sie erläutert, dass die Medizin, welche somatische und psychische Phänomene erforschen und behandeln möchte, als selbstwidersprüchliche Wissenschaft in ihrem eigenen Selbstverständnis nur weiterkommen kann, wenn sie diese grundlegende Widersprüchlichkeit nicht zu eliminieren, sondern vielmehr explizit zu machen und theoretisch zu fassen versucht.
Die Voraussetzungen hierfür sind gegeben und müssen lediglich zusammengefügt werden, indem sich die somatische Medizin in einem interdisziplinären Dialog mit der Psychoanalyse ihre Konzeption erarbeitet. Für das Gelingen dieses Dialoges allerdings muss die Psychoanalyse zunächst in ihrer eigenen Theorie noch eine Aufgabe lösen, welche ihrerseits interdisziplinären Charakter hat und für welche ebenfalls die Voraussetzungen offenliegen.
Die Problematik des Triebdualismus von Lebens- und Todestrieb ist mithilfe der Hegelschen Philosophie, begleitet von der Theorie der modernen Kunst, in eine Theorie eines dialektischen Verhältnisses von Lebens- und Todestrieb aufzuheben, welches genauer als Trieb-Verdrängungsdialektik bestimmt werden kann. Solcherart gerüstet wird die Psychoanalyse dann in der Lage sein, die Logik der Konzeption der bisherigen somatischen wie psychischen Krankheitsbilder aufzuzeigen und auf diesem Wege eine somatische und psychische Phänomene umfassende Theorie aufzubauen. In diesem Manuskript wird von der Autorin ein gutes Stück dieses Weges (bis zur Logik der Konzeption der bisherigen Krankheitsbilder) aufgezeigt und abgeschritten.
Dr. med. Anna Elisabeth Landis unternimmt in ihrem Buch den Versuch, eine Nosologie der somatischen ebenso wie die psychischen Krankheitsbilder nicht mehr, wie bisher, von einer phänomenologischen, sondern von einer abstrakteren, nämlich logischen Ebene aus zu konzeptualisieren. Auf diesem Wege zeichnen sich die Umrisse einer konsistenten Theorie der gesamten Medizin als einer im Hegelschen Sinne selbstwidersprüchlichen Wissenschaft ab.
Über die Autorin:

Dr. med. Anna Elisabeth Landis, geb. 1957, Fachärztin für Psychiatrie, Psychotherapeutische Medizin, Psychoanalyse, Ärztliches Qualitätsmanagement.

Bis Juni 2000 Chefärztin der Abteilung für Psychotherapeutische Medizin am Zentrum für Psychiatrie Calw, seither als Psychoanalytikerin in freier Praxis in Böblingen niedergelassen. Seit vielen Jahren ununterbrochene psychiatrisch-psychosomatische Konsiliartätigkeit am Städtischen Krankenhaus Sindelfingen.


Die Autorin Dr. med. Anna Elisabeth Landis ist AMM-Netzwerkpartnerin.

Details
Autor(en)

Dr. med. Anna Elisabeth Landis

Erscheinungsjahr

2001