Kurzübersicht zu Prä- und Probiotika – ein Einstieg

Um es vorweg zu sagen, das Angebot insbesondere von Probiotika ist schier unübersichtlich. Die hier genannten Präparate sind insofern nur Beispiele und stellen keine wirkliche Wertung dar. Sie werden allerdings im therapeutischen Umfeld unserer Partner häufig eingesetzt und machen den Zugang zu Therapieoptionen somit konkreter. Im Endeffekt sollte das Beratungsgespräch zwischen Arzt oder Heilpraktiker und Patient zu einer spezifisch auf den Patienten zugeschnittenen Behandlungsoption und Produktauswahl führen.

Eine gute unabhängige Produktübersicht zu probiotischen Nahrungsergänzungsmitteln lässt sich über die Firma Enterosan beziehen: http://www.enterosan.de/service/probiotische-praeparate.html. Diese Übersicht ist vor allem für Therapeuten und Ärzte gedacht.

„Darmsanierung“

Eine „Darmsanierung“ sollte konkret in zwei Schritten erfolgen: Zunächst wird die „löchrige“ Darmbarriere mithilfe von Schleimhauttherapeutika „abgedichtet“. Eine gesunde Darmschleimhaut ist die Voraussetzung für die anschließende Ansiedlung der natürlichen Bakterienflora. Für eine mikrobiotische Therapie ist eine gezielte Auswahl entsprechender Schleimhauttherapeutika und probiotischer Kulturen nach vorausgehender sorgfältiger Diagnostik durch einen Fachmann entscheidend für den Therapieerfolg.

1. Spezielle Schleimhauttherapeutika

Zur Regeneration geschädigter Schleimhautbereiche kommen in erster Linie biologische Schleimhauttherapeutika, wie beispielsweise Colibiogen® oder ProSymbioflor®, mit entzündungshemmenden und immunregulierenden Eigenschaften zum Einsatz. Diese enthalten Extrakte aus ausgewählten bakteriellen Stoffwechselprodukten in inaktivierter Form und können äußerst positive Wirkungen auf die Beschaffenheit der Schleimhäute haben.

Eine gut verträgliche Lösung ist auch das Naturheilpräparat Myrrhinil Intest– ein traditionelles pflanzliches Arzneimittel aus Kaffeekohle, Kamille und Myrrhe.

Alternativ kann man aus Lapachotee aus nachhaltigem Anbau(der Rinde des indianischen „Baums des Lebens“), frischem Ingwer und etwas Matcha-Grüntee einen entzündungshemmenden, schleimhautberuhigenden Tee zubereiten.

2. Probiotika

Hier gibt es breit einsetzbare Basispräparate, wie zum Beispiel Symbiolact Compoder ENTEROBACT-protect, die vor allem Milchsäure- und Bifidobakterien enthalten. Diese können auch langfristig bedenkenlos angewendet werden.

Bei Verdacht auf „leaky gut“ bieten sich zum Beispiel Produkte von AllergoSan, insbesondere Omni Biotic Stress Repair und OMNi-BiOTiC ® Power, an. Diese Probiotika zeichnen sich durch besonders hohe Keimzahlen und einen Mix aus speziellen bakteriellen Untergruppen aus, der auf entzündlich veränderte Darmschleimhäute abgestimmt ist.

Ein weiteres sehr interessantes Präparat in Kapselform ist Darmflora plus select, Dr Wolz. Es enthält ebenfalls hochdosierte probiotische Kulturen, welche durch eine spezielle Kapsel-Ummantelung besonders gegen Magen- und Gallensäure geschützt sind, damit sie unbeschadet im Darm ankommen. Eine Kombination aus B-Vitaminen fördert die Darmschleimhaut und das Immunsystem.

3. Präbiotika

Da die mukonutritive Flora aufgrund fehlender Präparate nicht direkt durch Bakterienstämme zugeführt werden kann, werden hierzu die Bakterien mit präbiotischen Substraten wie resistenter Stärke oder Inulinen angefüttert. Diese dienen als Ausgangsstoffe für die mikrobielle Herstellung des Schleimhautnährstoffs Buttersäure im Darm.

Eine gute Lösung, die auf resistenter Stärke unter Zugabe von Isomaltulose als Süßungsmittel und Biotin (Vitamin B7) zur Unterstützung der Schleimhautfunktion basiert, ist das Pulver Symbiointest. Resistente Stärke findet sich z.B. auch in gekochten und wieder abgekühlten Kartoffeln oder Reis, in Hülsenfrüchten wie Erbsen oder Bohnen, in grünen Bananen und in Vollkornprodukten.

Weitere Präbiotika sind Inuline oder Inulin-Abkömmlingen (z.B. in Topinambur, Chicorée, Spargel, Knoblauch, Porree, Zwiebeln, Pastinaken, Artischocken; möglichst frisch verzehrt). Ein Produkt, welches auf Inulin aus Chicorée basiert, ist zum Beispiel Sanatura Inulin.

Einnahmedauer

Um Wirkungen in Bezug auf die Verbesserung der Darmflora zu erzielen, ist bei Prä- und Probiotika eine Einnahme über mindestens 2-3 Monate erforderlich.

Kontraindikationen

Probiotika dürfen nicht von immunsupprimierten Patienten oder Personen mit schlechtem Immunstatus, z.B. nach Organtransplantationen, bei HIV-Infektionen oder während einer Chemotherapie eingenommen werden. Bei einem eingeschränkten Immunsystem besteht die Gefahr einer Überbesiedlung mit den enthaltenen Bakterien und damit einer generalisierten Infektion. Vor Beginn mit einer mikrobiotischen Therapie sollte demnach stets ein ärztliches Einverständnis eingeholt werden.

© AMM Juni 2015