
Ein Gastbeitrag von Dr. med. Matthias Kraft. Medpro Holland B.V.
Kurz zusammengefasst
- Warum ist Curcumin so schwierig aufzunehmen?
- Wegen seiner geringen Wasserlöslichkeit und des schnellen Abbaus im Verdauungstrakt gelangt nur ein Bruchteil ins Blut.
- Wie verbessert die Schmelzpastille die Aufnahme?
- Die lipo-lyophilisierte Pastille umgeht Magen und Leber, sodass Curcumin direkt über die Mundschleimhaut ins Blut gelangt.
- Welche Vorteile ergeben sich daraus?
- Bis zu 85 % der Serumspiegel einer Infusion, schnellere Wirkung, einfache Anwendung und höhere Alltagstauglichkeit.
- Für welche Bereiche kann Curcumin eingesetzt werden?
- Zur Unterstützung bei Entzündungen, Gelenkbeschwerden, Stoffwechselstörungen, Diabetes und neurodegenerativen Erkrankungen.
Gesundheit braucht Wissen und Verantwortung
Seit Jahrhunderten wird Curcumin, der leuchtend gelbe Inhaltsstoff der Kurkuma-Wurzel (Curcuma longa), in Ayurveda und traditioneller chinesischer Medizin eingesetzt. Moderne Studien bestätigen seine vielseitigen Wirkungen: Es wirkt entzündungshemmend, antioxidativ, unterstützt das Immunsystem und zeigt in präklinischen Studien Potenzial für den Schutz des Nervensystems und in der Tumortherapie [1], [2], [3].
Doch trotz dieser wissenschaftlichen Faszination stand die Anwendung von Curcumin bei oraler Einnahme bisher vor einer entscheidenden Hürde: seiner schlechten Bioverfügbarkeit.

Bild 1: Aufbau der Kurkumapflanze und chemische Struktur von Curcumin mit biologisch aktiven Gruppen (modif. nach [8])
Warum Curcumin schwer ins Blut gelangt
Bei oraler Einnahme wird Curcumin nur sehr eingeschränkt aufgenommen: weniger als 30 % gelangen überhaupt ins Blut [3], [4]. In pharmakokinetischen Untersuchungen wurden Plasmakonzentrationen von nur etwa 11 ng/ml gemessen [3]. Ursache sind die geringe Wasserlöslichkeit, der rasche Abbau des Wirkstoffs durch Darmmikroben sowie der sogenannte „First-Pass-Effekt“ in der Leber [3], [4].
In der klinischen Praxis wurde Curcumin deshalb häufig intravenös verabreicht – eine Methode, die zuverlässig hohe Wirkspiegel erzeugt, im Alltag jedoch aufwendig, kostenintensiv und mit Risiken verbunden ist [2].
Die Innovation: Curcumin als Schmelzpastille
Mit der Entwicklung lipo-lyophilisierter Schmelzpastillen ist erstmals ein alltagstauglicher Weg gefunden, die Wirksamkeit einer Infusion nahezu gleichwertig zu erreichen – ohne Nadel, ohne Infusionsrisiken.
Die Technologie kombiniert zwei Verfahren:
- Liposomale Verkapselung schützt das Curcumin und erleichtert die Aufnahme über die Mundschleimhaut
- Gefriertrocknung (Lyophilisierung) sorgt für Stabilität und hohe Wirkstoffkonzentration.
Die Pastille löst sich im Mund auf und umgeht damit den Magen-Darm-Trakt und die Leber. Eine Pilotstudie zeigte: Die sublinguale Einnahme erreicht 75–85 % der Serumspiegel einer Infusion – und damit bis zu zehnmal höhere Bioverfügbarkeit im Vergleich zu Kapseln [4], [5], [6].

Bild 2: Pilotstudie – Bioverfügbarkeit von Curcumin nach oraler, im Vergleich zur infusiomalen Gabe: Curcumin-Serumspiegel (Mittelwert) nach intravenöser Gabe (n = 2) sowie oraler Applikation (n = 6). Es findet sich ein sehr schnelles Anflutungsverhalten von Curcumin nach oraler Applikation, was für eine exzellente Resorption spricht. Die Serumspiegel an Curcumin nach oraler Gabe erreichten im Mittel 75 -80 % der Konzentration nach intravenöser Zufuhr. Die Maximalkonzentration betrug 85 % der maximalen intravenös erreichten Serumspiegel an Curcumin.
Neue Chancen für Prävention und Therapie
Die verbesserte Aufnahme eröffnet völlig neue Anwendungsperspektiven:
- Neurodegenerative Erkrankungen: Curcumin schützt Nervenzellen vor oxidativem Stress und chronischen Entzündungen [3].
- Krebstherapie: Hemmung zahlreicher Signalwege, Unterstützung konventioneller Therapien [3], [4].
- Diabetes und metabolisches Syndrom: Positive Effekte auf Blutzucker, Lipidprofile und Lebergesundheit [7].
- Arthrose und Gelenkerkrankungen: Entzündungshemmend und knorpelschützend [3].
Fazit
Curcumin ist einer der spannendsten sekundären Pflanzenstoffe: traditionell bewährt, wissenschaftlich breit untersucht – und nun technologisch neu erschlossen.
Diese Innovation markiert einen echten Durchbruch in der oralen Anwendung von Curcumin: Erstmals steht eine alltagstaugliche, sichere und wirksame Alternative zur Infusion zur Verfügung.
Über den Autor

Dr. med. Matthias Kraft ist Facharzt für Innere Medizin, Gastroenterologie, Endokrinologie und Diabetologie. Nach leitenden Positionen in Klinik und Onkologie widmet er sich heute in der Swiss Medical Clinic einer ganzheitlich-integrativen Medizin mit Fokus auf Prävention, Stoffwechsel- und Hormonbalance.
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Literatur:
- ↑ Hassanzadeh K., Buccarello L. et al. (2020): Obstacles against the Marketing of Curcumin as a Drug. Int. J. Mol. Sci. 21:6619.
- ↑ Miłobedzka J., Kostanecki S.V., Lampe V. (1910): Zur Kenntnis des Curcumins. Ber. Dtsch. Chem. Ges. 43:2163–2170.
- ↑ Nelson K.M., Dahlin J.L. et al. (2017): The essential medicinal chemistry of curcumin: Miniperspective. J. Med. Chem. 60:1620–1637.
- ↑ Gupta T., Singh J. et al. (2020): Enhancing Bioavailability and Stability of Curcumin Using Solid Lipid Nanoparticles. Front. Bioeng. Biotechnol. 8:879.
- ↑ Bertoncini-Silva C., Vlad A. et al. (2024): Enhancing the Bioavailability and Bioactivity of Curcumin for Disease Prevention and Treatment. Antioxidants 13:331.
- ↑ Yin I.X., Udduttulla A. et al. (2025): Use of Antimicrobial Nanoparticles for the Management of Dental Diseases. Nanomaterials 15:209.
- ↑ Rahimi H.R., Mohammadpour A.H. et al. (2016): The Effect of Nano-Curcumin on HbA1c, Fasting Blood Glucose, and Lipid Profile in Diabetic Subjects. Avicenna J. Phytomedicine 6:567–577.
- ↑Ayub H, Islam M, Saeed M, Ahmad H, Al-Asmari F, Ramadan MF, Alissa M, Arif MA, Rana MUJ, Subtain M, Rahim MA, Zongo E, Ahmad N. On the health effects of curcumin and its derivatives. Food Sci Nutr. 2024 Sep 24;12(11):8623-8650. doi: 10.1002/fsn3.4469. PMID: 39620006; PMCID: PMC11606848.
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