Lithium: Das Supermineral für Gehirn und Seele – eine Buchbesprechung

Helena Jansen

Helena Jansen

Freiberufliche Gesundheitswissenschaftlerin [Master of Health Education and Promotion, 2012] - in Projekten rund um Prävention und Gesundheitsförderung tätig
Helena Jansen

James Greenblatt: Lithium – Das Supermineral für Gehirn und Seele

Wer den Begriff „Lithium“ hört, denkt wahrscheinlich zuerst an den Lithium-Ionen-Akku, der heutzutage in fast allen Handys verbaut wird. Schon etwas bekannter, aber meist nur in psychiatrischen Kreisen, ist es als Medikament. Lithium als natürliches Mineral dagegen ist kaum bekannt.

Das im Folgenden vorgestellte Buch ist lesenswert für Menschen, die mit Lithium behandelt werden, aber auch für solche, die an Demenz, Parkinson, psychischen Störungen, Aggressivität, Ängsten, Sucht oder ADHS leiden.

Der Autor, James Greenblatt, selbst Psychiater, Leiter einer Privatklinik und Dozent für Psychiatrie an der Tufts University, Massachusetts, beschreibt in seinem Buch, welches enorme Potential Lithium hat. Sein Schwerpunkt liegt dabei auf dem Einsatz von Lithium in niedrig dosierter Form als Nahrungsergänzungsmittel. Er erklärt aber auch, wie das Medikament Lithium wirkt, was für Menschen, die psychische oder neurologische Krankheiten haben, sehr aufschlussreich und hilfreich ist.

Lithium verfügt über ein enormes Potenzial

In unseren sogenannten modernen Zeiten, in denen neurodegenerative und psychische Erkrankungen ständig zunehmen, kann niedrig dosiertes Lithium vielen Betroffenen helfen - effektiv und nebenwirkungsfrei – so die Kernaussage des Autors, die er ausführlich und mit vielen Studienbelegen darlegt.

Lithium wird seit Mitte des 20. Jahrhunderts zur Behandlung bei bipolarer Störung, Manie oder Depressionen eingesetzt. Als verschreibungspflichtiges Medikament gilt es als „Goldstandard“ bei der Behandlung der bipolaren Störung. Das Problem: Bei hoher Dosierung hat Lithium starke Nebenwirkungen.

James Greenblatt beschreibt,

  • dass bereits mit niedrig dosiertem Lithium, zum Beispiel in Form von Lithium-Orotat, viel gesundheitsschonender eine wirksame Behandlung möglich ist,
  • die Funktionsweise und den besonderen Stellenwert von niedrig dosiertem Lithium bei der Behandlung psychischer und neurodegenerativer Erkrankungen,
  • welche Bedeutung das Spurenelement für unseren Organismus hat und
  • wie unser psychisches Wohlbefinden durch die Zufuhr von Lithium - etwa durch das Trinken besonders lithiumhaltiger Mineralwässer - erhöht werden kann.

Endlich ein für Betroffene verständliches Buch über Lithium!

Wenn man heutzutage allerdings mit Betroffenen spricht, werden andere Medikamente viel häufiger verordnet als Lithium, z.B. Seroquel oder Lamotrigin. Die Ursache liegt in der Janusköpfigkeit von therapeutisch eingesetztem Lithium: Einerseits kann es insbesondere manische Zustände effektiv bekämpfen und nachweislich die Suizidgefahr reduzieren, andererseits kann es körperliche, teilweise irreversible Schäden verursachen, wie z.B. Vergiftungen, Fehlfunktionen der Schilddrüse, Einschränkung der Nierenfunktion, Muskelschwäche etc. Sowohl für den Arzt als auch für den Patienten ist es daher wichtig, durch regelmäßige Blutspiegelkontrollen die Konzentration im Körper zu überwachen.

Der Autor schreibt, dass selbst Behandler oft nicht wissen, dass einige Nebenwirkungen durch eine gehirngerechte Ernährung, die u.a. essenzielle Fettsäuren, wie die Omega-3 Fettsäuren und Vitamin E sowie gehirnaktive Vitamine wie B12 und Folsäure enthält, entschärft werden können und dass z.B. Leinsamen-Öl oder gemahlene Leinsamen bereits einen nebenwirkungssenkenden Effekt haben.

James Greenblatt beschreibt weiterhin, welches enorme Potential Lithium hat, wenn es niedrig dosiert eingesetzt wird. Er bezieht sich auf Studien über Lithium im Trinkwasser, die zu dem Ergebnis kommen, dass selbst geringe Dosen im Trinkwasser einen messbaren Effekt auf das seelische Wohlbefinden haben.

Lithium ist als Nahrungsergänzungsmittel in Deutschland nicht erhältlich, kommt aber in natürlicher Form u.a. im Trinkwasser vor. Nennenswerte Mengen befinden sich allerdings nur in bestimmten Mineral- und Heilwässern, wie z.B. Heppinger oder Hirschquelle-Heilwasser. Wir nehmen das Mineral aber auch in Milch, Eiern, Fleisch und in pflanzlicher Nahrung auf.

Lithium ist auch für Nichtbetroffene ein „Super“-Mineral, da es ein effektives und gut untersuchtes Mittel ist, um seine Neuronen am Leben zu erhalten, also ein Baustein für die Gehirngesundheit. Deshalb trinke ich jeden Tag ein lithiumhaltiges Mineralwasser.

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Diese Buchbesprechung ist ein Gastbeitrag unserer AMM-Netzwerkpartnerin Annett Oehlschläger [www.bipolar-lotse.de] und stellt nur eine verkürzte Version ihrer originalen Buchrezension dar.
Die vollständige Buchbesprechung können Sie HIER in unserer Buch-Welt nachlesen.

Annett Oehlschläger ist selbst Autorin des Buchs "Stabilität kann man essen?! Bausteine zum Selbstmanagement bei bipolarer Störung" - ein Ratgeber und Erfahrungsbericht für Menschen mit Manien und Depressionen. Mehr dazu hier >>

 


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Quelle Beitragsbild: www.pixabay.de