Jörg Spitz
3D-Darstellung einer Melanom-Zelle

Der Weltkrebstag findet jährlich am 4. Februar statt und erinnert uns daran, welch umfangreiche Aufgabe die Bekämpfung von Krebs bis heute für uns darstellt. Folgt man den Mainstream-Medien, gibt es allerdings nur ein Thema: die COVID-19-Pandemie. Die traurige Wirklichkeit sieht jedoch anders aus: Krebs ist seit Jahrzehnten zusammen mit den Herz-Kreislauf-Erkrankungen die häufigste Ursache für einen vorzeitigen Tod – auch in Deutschland. 

Das Blickfeld erweitern: Krebs- und Herz-Kreislauferkrankungen sind weiterhin die größte Herausforderung

Weder der Virus-Pandemie noch der hohen Zahl an Krebskranken- und toten stehen wir jedoch hilflos genenüber, würden wir uns an das hervorragende Schutzschild erinnern, welches die Natur uns Menschen mitgegeben hat: unser Immunsystem. Anders als die modernen mRNA-Impfstoffe stützt sich unser Immunsystem auf die Millionen Jahre alte Erfahrung der Natur. In den Genuss dieser Fähigkeit kommen die vielfältigsten Arten von Lebewesen bis hin zu uns selbst, dem Menschen als „Krone der Schöpfung“.  

An dieser Stelle wird vielleicht manch einer argumentieren und nachfragen: Das Immunsystem zur Bekämpfung von Infektionskrankheiten, das mag einleuchten – jedoch Tumorerkrankungen beseitigen? Seit Jahrzehnten wissen wir doch, dass die Hälfte der Betroffenen an ihrem Tumor stirbt – wo bleibt da das Immunsystem?  

Ohne Viren und Bakterien kein Leben – der komplexe Aufbau unseres Organismus

Die Frage ist klar und die Antwort genauso: Wir sabotieren dieses hervorragende Konzept der Natur, ohne dass wir uns dessen bewusst sind! Das Immunsystem ist zuständig für viele Vorgänge im komplexen „System Mensch“, über das wir – zumindest, diejenigen die sich dafür interessieren – in den zurückliegenden Jahren sehr viel Neues lernen konnten: Wir sind letztlich kein einzelnes Lebewesen, sondern bestehen aus einer vorübergehenden Ansammlung von Biomasse, zu dem unter anderem auch die Bakterien und Viren in unserem Körper gehören. Dieses sogenannte Mikrobiom erweckt zunehmend das Interesse der Forschung. Alle diese kleinen Mitbewohner können wir nicht nur Dank unseres Immunsystems tolerieren; ohne diese „hässlichen Tierchen“ würde unser Immunsystem als Schutzschild gar nicht funktionieren! 

Wider die Natur - Wie wir unser Immunsystem sabotieren

Doch die Sabotage dieses unvergleichlichen Schutzschildes beginnt bereits bei der Geburt: Handelt es sich um eine natürliche Entbindung, wird während der Geburt das Mikrobiom der Mutter auf das Kind übertragen. Erfolgt die Geburt als Kaiserschnitt unter sterilen Bedingungen, muss das Kind später zusehen, wo es seine Viren und Bakterien herbekommt. Auch wenn dies in einer Umwelt voller Keime nicht schwer fällt, stimmt höchstwahrscheinlich die Zusammensetzung dieses Mikrobioms nicht. Und anschließend geht es munter weiter: Jede Antibiotikagabe beeinträchtigt nicht nur die „bösen Keime“ des Infektes, sondern auch unser Mikrobiom, denn Antibiotika tragen ihren Namen ja zu Recht: Wortwörtlich übersetzt bedeutet der Terminus „Gegen das (Bakterien-) Leben“.  

Der nächste Sabotageakt ist unsere „moderne“ Ernährung. Wie wir heute wissen, ernähren sich unsere kleinen Mitbewohner von dem, was wir – wenig liebevoll – „Ballaststoffe“ nennen. Zusätzlich bauen sie diese für uns ungenießbaren Substanzen sogar in wertvolle Lebensmittel um. Und noch etwas können unsere Mitbewohner: Sie können das Wachstum von jenen Bakterien und Viren beeinträchtigen, die nicht zum Team unseres Körpers gehören und uns schaden wollen. 

Den natürlichen Schutzschirm unseres Körpers stärken: Mikronährstoffe und Vitamin D schützen auch vor Krebs

So wie wir die Bakterien und Viren unseres Mikrobioms richtig ernähren müssen, sollten wir dies auch mit den Zellen unseres Körpers tun, zu denen auch unsere Immunzellen gehören. Kurz gesagt lässt sich festhalten, dass die Leistungsfähigkeit der Immunzellen unter anderem von der ausreichenden Versorgung mit bestimmten Mikronährstoffen wie Vitamin A, Vitamin C und Magnesium abhängt, während umgekehrt vermehrter und lang andauernder Stress unser Immunsystem schädigt.  

Von ganz besonderer Bedeutung für die Verständigung und die gegenseitige Steuerung der Immunzellen ist Vitamin D, das Sonnenhormon, das seit mehreren Jahrzehnten intensiv erforscht wird und noch vielfältige andere Aufgaben hat, deren Besprechung diesen kleinen Beitrag sprengen würde (siehe Tabellen).  

Gründe für Vitamin-D-Mangel liegen vor allem in unserem modernen Lebensstil

Leider ist weltweit der Mangel an Vitamin D noch größer als der Mangel an Mikronährstoffen. Dies liegt daran, dass wir Vitamin D kaum aus der Nahrung aufnehmen, sondern fast ausschließlich mit unserer Haut unter Sonneneinstrahlung selbst produzieren können – oder besser gesagt könnten. Denn hier stoßen wir auf einen weiteren Sabotageakt: Bedingt durch unseren Lebensstil, der uns überwiegend in Gebäuden und Fahrzeugen aufhalten lässt und als Konsequenz der Warnung der Hautärzte vor den „bösen Strahlen der Sonne“, findet die eigentlich selbstverständliche Produktion von Vitamin D – so nebenbei, während wir uns in der Sonne aufhalten, seit Jahrzehnten nicht mehr ausreichend statt. Nahezu die gesamte Bevölkerung weist infolgedessen ein Defizit an Vitamin D auf. Niemand muss einfach nur „glauben“, dass eine Mangelsituation besteht. Vielmehr kann man dies in entsprechenden Forschungspublikationen nachlesen, unter anderem auch bei denen des Robert-Koch-Instituts, welches ja inzwischen einer breiten Öffentlichkeit wohl bekannt ist.

Allgemeine Eigenschaften von Vitamin D

  • senkt den Blutdruck
  • moduliert das Immunsystem
  • produziert Antibiotika (AMP)
  • schützt vor Nervenerkrankungen
  • bremst die Krebsentwicklung
  • vermindert Metastasenbildung
  • verbessert Überleben bei KHK
  • reduziert Diabetes Typ I + II
  • schützt vor paVk
  • kräftigt die Muskulatur
  • verkürzt die Pflegebedürftigkeit
  • 70-90 % der Bevölkerung haben einen Mangel

Wieso schützt uns ein funktionierendes Immunsystem vor Krebs?

Was hat nun das alles mit Krebs zu tun? Nun, so wie uns das Immunsystem vor schädlichen Bakterien und Viren schützt, beseitigt es auch wuchernde Zellen, und zwar ebenso geräuschlos und effektiv, wie die für uns schädlichen Bakterien und Viren. Umgekehrt versagt unser Immunsystem allerdings bei dieser Aufgabe, wenn es nicht über die entsprechenden Ressourcen verfügt. Die Immunzellen können dann nämlich auch diese wichtige Aufgabe nicht mehr ausüben: beschädigte Gene reparieren und bereits mutierende Körperzellen eliminieren. Vielmehr werden sich die Tumorzellen über Monate und Jahre ungestört vermehren können, bis sich eines Tages aufgrund der Zerstörung des jeweiligen Organs, in dem der Tumor wächst, Symptome entwickeln, durch die sich der Krebs nachweisen lässt. Wichtig ist in diesem Zusammenhang, dass das Immunsystem seine angeborene Leistungsfähigkeit weitestgehend zurückerhält, wenn wir ihm die benötigten Ressourcen wieder zur Verfügung stellen. 

Beispiele aus der Praxis: Das sagt die Krebs-Forschung

Angesichts der in vielen Medien immer wieder publizierten Katastrophen-Nachrichten fällt es natürlich schwer, diese Zusammenhänge zu glauben oder gar als „Fakten“ zu erkennen. Doch wenn man Glück hatte, konnte man in den vergangenen beiden Jahren doch auch immer wieder beeindruckende Berichte finden, wie zum Beispiel über die COVID-19-Pandemie, die durch ein Altenheim „rauschte“, ohne dort zu fatalen Folgen zu führen, wobei die Einwohner dieses Heimes routinemäßig und ausreichend mit Vitamin D versorgt wurden. 

Solch spektakuläre Berichte gibt es für Tumorerkrankungen nicht, da jeder einzelne Fall unterschiedlich gelagert ist. Hier hilft jedoch ein Blick in die internationalen wissenschaftlichen Datenbanken, die gelegentlich ebenfalls im wahrsten des Wortes „sensationelle“ Berichte enthalten: So wies Anfang des letzten Jahres eine Arbeitsgruppe des renommierten Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ) in einer Metaanalyse darauf hin, dass eine konsequente Vitamin-D-Supplementation der älteren Bevölkerung in Deutschland bis zu 30.000 Krebstote verhindern könnte und zusätzlich erhebliche Kosten (mehr als 1 Milliarde Euro) im Gesundheitswesen einsparen würde. Eindeutiger kann Handlungsnotwendigkeit eigentlich nicht belegt werden! 

Die Datenlage ist für einzelne Tumorarten nicht weniger eindrucksvoll. Bezüglich der Vermeidung des häufigsten bösartigen Tumors bei Frauen, dem Brustkrebs, berichten internationale Forschergruppen von einer Risikoreduktion um einen Faktor drei. Vergleichbare Berichte gibt es bei den bösartigen Darmtumoren, die bei beiden Geschlechtern an zweiter Stelle der Häufigkeit stehen.  

Selbst wenn es bei einer Frau bereits zur Ausbildung eines bösartigen Brusttumors gekommen ist, lässt sich das Risiko einer Metastasierung durch die gezielte Gabe von Vitamin D auf die Hälfte reduzieren. Im Rahmen der üblichen medikamentösen Tumortherapie (Gabe von Zytostatika) schützt die gleichzeitige Zufuhr von Vitamin D vor den Nebenwirkungen der onkologischen Therapeutika.  

Informieren und Handeln – Wir stellen Ihnen wichtiges Grundlagenwissen frei zur Verfügung 

Auch das maligne Melanom, der gefürchtete schwarze Hautkrebs, wird durch Vitamin D beeinflusst: Seine Häufigkeit wird ebenso reduziert wie die Wahrscheinlichkeit einer Metastasierung. Ein akuter Vitamin-D-Mangel hingegen verkürzt die Lebenszeit nach der Operation eines Melanoms. Der einschlägigen Literatur lässt sich entnehmen, dass die vorstehenden Beispiele nur ein kleiner Auszug aus einer wesentlich umfangreicheren Liste sind. Die Plattform „Die Sonnenallianz“ der gemeinnützigen Deutschen Stiftung für Gesundheitsinformationen und Prävention (DSGiP) sammelt seit vielen Jahren diese Arbeiten und stellt sie Ihnen kostenfrei zur Verfügung. Wer lieber in Büchern schmökert, findet die gleichen umfangreichen Informationen in dem Buch „Vitamin D – Immer, wenn es um Leben und Tod geht“. 

Zusätzlich zu dieser „Erfolgsstory“ von Vitamin D gibt es noch weitere, neue Forschungsergebnisse, mit denen wir den Betroffenen Mut machen wollen und können: So wurde bereits vor rund 20 Jahren das Dogma widerlegt, dass die bösartigen Tumore genetisch bedingt sind und daher als schicksalhaft angesehen werden müssen. Vielmehr wissen wir heute aus zahlreichen Untersuchungen, dass auch die Krebserkrankungen primär eine Funktionsstörung der Zellen unseres Körpers sind, die erst im zweiten Schritt zu einer Entartung der Zellen führen. Entsprechend gibt es zahlreiche Möglichkeiten, auf das Krebsgeschehen Einfluss zu nehmen: angefangen mit ausreichender körperlicher Aktivität und einem guten Schlaf über eine mikronährstoffreiche Nahrung mit einer ausreichenden Zufuhr von Omega-3-Ölen bis hin zu einem gesunden Darm, mentalen Faktoren (Psycho-Neuro-Immunologie) und eben einem guten Vitamin-D-Spiegel von 40 - 60 ng/ml, der täglich aufgefüllt werden sollte. 

Spezielle Aspekte zu Vitamin D

  • Das Sonnenhormon ist eine evolutionäre Quelle der Gesundheit
  • Es gehört daher in jede Hausapotheke!
  • Jeder sollte seinen Vitamin-D-Spiegel kennen!
  • Ein Zielwert von 40-60 ng/ml ist anzustreben
  • Reicht die Sonnenexposition nicht aus, empfiehlt sich eine konsequente Supplementation
  • Sonnenbaden ist kostenlos, Supplementation sehr preiswert
  • Die Effizienz der Mangelbeseitigung von Vitamin D ist hoch und kontrollierbar

Machen wir uns also – nicht nur anlässlich des Weltkrebstages – bewusst: Unsere Gesundheit liegt zu einem großen Teil in unserer eigenen Hand! Yes - we can!

Ihr  
 
Prof. Dr. med. Jörg Spitz  


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Beitragsbild:

Foto von National Cancer Institute auf Unsplash

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