Kurzgefasst: Der Mineralstoff Magnesium in der Schwangerschaft (Prof. Dr. Klaus Kisters)

Helena Jansen

Studium der Gesundheitswissenschaften an der Universität Maastricht, Niederlande [M.Sc. Health Education and Promotion, 2012]. Seit 2016 Social Media Managerin der Akademie für menschliche Medizin und Koordinatorin des Projekts SonnenAllianz.
Helena Jansen

Aus der Vortragsreihe des Kongresses für menschliche Medizin 2019 mit dem Schwerpunktthema Schwangerschaft - Prof. Dr. med. Klaus Kisters über die Bedeutung von Magnesium in der Schwangerschaft:

 

Lernen Sie Aktuelles und Wissenswertes vom Kongress für menschliche Medizin zum Thema Tatort Schwangerschaft - Wie in der Kindheit die Krankheiten des Alters entstehen.

Hier die essentiellen Aussagen des Vortrags:

  • Schätzungsweise ein Drittel der Allgemeinbevölkerung hat einen Magnesiummangel. Besonders bei Schwangeren sollte dieser Mangel ausgeglichen werden, denn die Bewertung zahlreicher Studien zur Magnesiumsupplementation in der Schwangerschaft zeigt deutlich positive Effekte der oralen Substitution mit Magnesium. So schützt eine angemessene Magnesiumversorgung nachweislich vor zahlreichen Schwangerschaftskomplikationen, wie z.B. Präeklampsie, Eklampsie, Frühgeburten, Gestationsdiabetes, geringem Geburtsgewicht und weiteren Problemen.
  • Eine Ursache für den erhöhten Magnesiumbedarf in der Schwangerschaft ist neben dem Mehrbedarf für das Wachstum des Feten und des mütterlichen Gewebes die erhöhte Magnesiumausscheidung über die Nieren während der Schwangerschaft. Dies führt bekanntlich zu einer Abnahme des Magnesiumgehalts im Serum, die aber auch im Myometrium (=Muskelschicht der Gebärmutterwand) sichtbar wird. 
  • In den Empfehlungen der Gesellschaft für Magnesiumforschung wird gefordert, dass jede Schwangere mit 240 bis 480 mg (10 bis 20 mmol) Magnesium pro Tag supplementiert werden sollte. 
  • Die Magnesiumsupplementierung sollte so früh wie möglich beginnen und bis zur Geburt und darüber hinaus fortgesetzt werden, da auch in der Stillzeit der Magnesiumbedarf erhöht ist. Es ist nicht sinnvoll die Magnesiumsupplementierung einige Wochen vor der Geburt abzusetzen, da ein Einfluss auf den Beginn spontaner Wehentätigkeit am Termin nicht festgestellt werden konnte.
  • Nebenwirkungen der Magnesiumsupplementation können lediglich weiche Stühle sein. Eine Kontraindikation für die orale Zufuhr von Magnesium ist eine schwere Niereninsuffizienz.