Maissirup (HFCS) und sieben damit verbundene moderne Plagen

Anno Jordan

Studium der Kernphysik Universität Köln, langjährige und heute andauernde Tätigkeit in IT- und Maschinenbauunternehmen. Projektmanagement der Initiative Life-SMS seit 2013. Publikationen und Beratung zu Präventionsaspekten und Lebensstileinflüssen bei Autoimmunerkrankungen (u.a. auch der MS). Die Arbeit schließt den systemischen Blick auf das Immunsystem als nichtlineares komplexes adaptives System mit ein und greift auf Ansätze aus der Physik zurück.
Anno Jordan

Maissirup oder HFCS (High Fructose Corn Sirup) wird vor allem in den USA als Süßungsmittel in Lebensmitteln und für fast alle Softdrinks verwendet. Aber auch in Deutschland ist Maissirup in vielen Lebensmitteln wie Joghurt, Brot, Fertigsoßen und in einigen Limonaden enthalten. Maissirup muss hierzulande in Lebensmitteln leider erst ab einem Gehalt von fünf Prozent Fructose als Glucose-Fructose-Sirup oder Fructose-Glucosesirup deklariert werden.

Dabei ist bekannt und wissenschaftlich untermauert, dass HFCS für mindestens sieben moderne Plagen mitverantwortlich ist:

Diabetes

Forscher an der University of Southern California und der Oxford University haben herausgefunden, dass High Fructose Corn Sirup (HFCS) mit der schnell wachsenden Rate von Diabetes in den USA verknüpft werden kann. Ihre Forschung, die in der medizinischen Fachzeitschrift Global Public Health veröffentlicht wurde, zeigte, dass der HFCS Verbrauch mit einer 20 Prozent höheren Prävalenz von Diabetes verbunden ist. Sie fanden auch heraus, dass dieses verstärkte Aufkommen von Diabetes unabhängig von der Gesamtmenge des Zuckerkonsums oder von Fettleibigkeit auftrat.

Quelle: High fructose corn syrup and diabetes prevalence: a global perspective, 2013 (http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/23181629)

Nicht-alkoholische Fettleber

Der hohe Fructoseverbrauch in den westlichen Staaten führt nachweislich zu einem massiven Auftreten der nicht-alkoholischen Fettleber. Die Verstoffwechselung von Fructose erfolgt unabhängig von Insulin hauptsächlich in der Leber, in welcher der Fructoseüberschuss leicht in Fett umgewandelt wird. Der erste Schritt zur nicht-alkoholischen Fettleber ist getan.

Übergewicht

Tim Reckmann / pixelio.de

Tim Reckmann / pixelio.de

 

Das HFCS und Zucker generell mitverantwortlich für Übergewicht sind, ist eine Binsenweisheit, die – wie schon anderweitig erwähnt – von der Zuckerindustrie massiv verleugnet wird. Besonders erschreckend ist aber, dass dies im Besonderen für Übergewicht im Kindesalter gilt. Eine Metanalyse von 2013 zeigt eine eindeutige wissenschaftliche Evidenz, dass HFCS zu Übergewicht bei Kindern führt.

 

Quelle: Does consumption of high-fructose corn syrup beverages cause obesity in children? (http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/23630060)

Energiemangel

High Fructose Corn Sirup erfordert im Vergleich zu anderen Kohlehydraten eine größere Energiemenge, um durch den Darm absorbiert zu werden. Jedes Fructosemolekül benötigt dabei zwei Phosphormoleküle aus dem Energieträger unseres Körpers: dem ATP. Das Ergebnis: Energiemangel.

Chronische Entzündung

HFCS trägt zum „leaky gut“ Syndrom des Darms bei. Maissirup perforiert die Darmschleimhaut, sodass nur teilweise verdaute Nahrung, Fäkalien und schädliche Bakterien über die Darmwand direkt ins Blut gelangen. Das Ergebnis: eine chronische Entzündung und eine überaktives Immunsystem. Die Grundlage für Autoimmunerkrankungen ist geschaffen.

Lernschwierigkeiten

In einer weiteren aktuellen Studie der University of Southern California, fanden die Forscher heraus, dass der tägliche Konsum von Getränken, die mit HFCS gesüßt sind, das Lernen und die Fähigkeit sich an Informationen zu erinnern bei Ratten beeinträchtigt und zu neurologischen Entzündungsvorgängen in der Hippocampusregion führt.

Quelle: Effects of sucrose and high fructose corn syrup consumption on spatial memory function and hippocampal neuroinflammation in adolescent rats, 2015 (http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/25242636)

Erhöhter Blutdruck und Risiko für Herzkreislauf-Krankheiten

Eine Studie der University of Colorado, die in der Zeitschrift der American Society of Nephrology veröffentlicht wurde, stellt fest, dass auch Menschen, die sich ansonsten gesund ernähren aber Produkte mit HFCS verzehren, Gefahr laufen eine Erhöhung des Blutdrucks um bis zu 32 Prozent zu erfahren. HFCS verursacht Entzündungen im Blutkreislauf. Diese veranlassen die Wände der Blutgefäße dazu sich zusammenzuziehen und in der Folge steigt der Blutdruck.

Quelle: Increased fructose associates with elevated blood pressure, 2010
(http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/20595676)

Naja, werden Sie vielleicht sagen, soviel Fructose kann doch in Cola nicht enthalten sein oder?

Dann schauen Sie sich doch bitte einmal die Vergleichsanalyse aus dem Jahr 2014 an: Jeder Liter Coca-Cola® enthält ca. 62 g Fruktose und etwa gleich viel Glucose. Und bei vielen anderen „Softdrinks“ sieht es nicht besser aus.

Quelle: Fructose content in popular beverages made with and without high-fructose corn syrup(2014)
(http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/24985013)

Fazit: Achten Sie bei allen industriell hergestellten Lebensmitteln auf die Angaben zu Zucker- und insbesondere zu Fructose-Anteilen. Im Zweifel kaufen Sie das Produkt lieber nicht.

 


Und für die Ausstiegswilligen unsere Buchempfehlungen:

von Dr. med. Kurt Mosetter, Thorsten Probost, Dr. Wolfgang A. Simon, Anna Cavelius

Erscheinungsjahr: 2014

 


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