Was wir von den Indern lernen können – Kurkuma, ein Allrounder der Prävention

Anno Jordan

Studium der Kernphysik Universität Köln, langjährige und heute andauernde Tätigkeit in IT- und Maschinenbauunternehmen. Projektmanagement der Initiative Life-SMS seit 2013. Publikationen und Beratung zu Präventionsaspekten und Lebensstileinflüssen bei Autoimmunerkrankungen (u.a. auch der MS). Die Arbeit schließt den systemischen Blick auf das Immunsystem als nichtlineares komplexes adaptives System mit ein und greift auf Ansätze aus der Physik zurück.
Anno Jordan

Kurkuma ist nicht nur schön gelb und schmeckt, sondern sollte unverzichtbarer Bestandteil jeder gesunden Ernährungsweise sein (was die Inder schon seit locker 3000 Jahren wissen und umsetzen). Obwohl in den meisten Fällen sicher und erprobt, sind traditionelle Behandlungsansätze in der westlichen Medizin lange ignoriert worden, oft weil entweder ihre aktive Komponente unbekannt oder deren molekulare Wirkungsweise nicht verstanden wurde. Beim Pigment der Gelbwurz (Curcuma longa) – dem Curcumin – sieht dies deutlich anders aus. Curcumin wurde vor mehr als einem Jahrhundert als aktive Komponente der auch Kurkuma genannten Gelbwurz identifiziert.Rohe Kurkuma in der Küche

Seit mehreren Jahrtausenden ist zum Beispiel in der Ayurvedischen Medizin bekannt, dass Kurkuma entzündungshemmende Wirkungen hat, aber erst umfangreiche Forschungen in den letzten zwei Jahrzehnten haben gezeigt, dass diese Eigenschaft von Kurkuma auf dem Curcumin, einem Diferuloylmethan, beruht. Kurkumapulver und Curcumin sind unter anderem gallentreibend, antioxidativ, antiseptisch, schmerzlindernd und antitumoral und können für zahlreiche medizinische Anwendungsgebiete eingesetzt werden.

Chronische Entzündung und NF-kB

Chronische Entzündung und NF-kB

Der springende Punkt bei Curcumin ist seine hemmende Wirkung auf den Gentranskriptionsfaktor NF-kB (Nuclear Factor-kappaB),  der die Expression von über 500 Genprodukten kontrolliert.

Dieser Faktor gilt als ein Hauptmediator von Entzündungsvorgängen und seine Hemmung kann chronische Entzündungen verindern und damit chronischen Krankheiten vorbeugen und Heilungsprozesse fördern.

Ein Beispiel ist die Hemmung des Tumorwachstums bei nahezu allen Krebsartenam (sogar von Pankreaskarzinomen), wie sie im nachfolgenden Beitrag von Prof. Dr. Bharat Aggarwal, University of Texas beschrieben wird.

In der Rubrik AMM-Wissen Phytotherapie findet sich auch noch ein längerer Vortrag von Prof. Aggarwal zum Thema „Epigenetische Wirkungen von Curcumin“.


Curcumin – Wunderwaffe der Natur – Prof. Aggarwal, Univ. of Texas über die Wirkungen von Kurkuma (Gelbwurz) bei Krebserkrankungen (arte.tV 2013)


Anwendung

3 -12 gr. Curcumin täglich gelten als gut verträglich. Damit die Bioverfügbarkeit des Curcumin steigt, sollte Kurkuma immer in Verbindung mit schwarzem Pfeffer zu sich genommen werden. Schwarzer Pfeffer enthält als Hauptalkaloid 5-9% Piperin (auch im weißem Pfeffer ist Piperin enthalten) und Piperin erhöht die Bioverfügbarkeit von oral aufgenommenen Curcumin um einen Faktor > 500. Auch das wussten die Inder schon seit Urzeiten und Curry ist daher immer eine Kombination von Kurkuma und schwarzem Pfeffer. Für alle diejenigen, die Curry als Gewürz nicht mögen, sind Kurkuma-Kapseln (auch hier auf die Kombination mit Piperin achten) eine geschmacksneutrale Alternative.


Unser Buchtipp zum Thema:

Heilende Gewürze
Wie 50 heimische und exotische Gewürze Gesundheit erhalten und Krankheiten heilen können

von Bharat B. Aggarwal, Debora Yost

Erscheinungsjahr: 2014

 


Sie wollen auf dem Laufenden bleiben? Dann registrieren Sie sich doch gerne als “Follower” dieses Newsfeed! Rechts auf dieser Seite.