Die Evolution hat es eingerichtet, dass der menschliche Organismus selbst genügend Vitamin D produziert, sofern wir uns in ausreichendem Maße Sonnenstrahlung aussetzen. Diesem Mechanismus im Weg steht allerdings der Lebensstil in modernen Industrie- und Dienstleistungsgesellschaften. Und so treten wichtige Fragen auf den Plan: Wie können wir uns dennoch mit ausreichend Vitamin D versorgen, warum ist das Sonnenhormon für unseren Körper so wichtig und wie wird dieses Thema in Gesellschaft und Medien aufgenommen?

Wir zeichnen die Debatte nach, an der sich die Akademie für menschliche Medizin seit Jahren faktenbasiert und allgemeinverständlich beteiligt. Das neu erschienene Buch „Vitamin D – Immer wenn es um Leben und Tod geht“ von Prof. Dr. med. Jörg Spitz bündelt dieses Wissen. 

Vitamin D und COVID-19 – Oft ein emotional aufgeladenes Tauziehen

Bei Virusinfektionen insbesondere zur Prävention Vitamin D zu empfehlen ist alles andere als ein „Schuss aus der Hüfte“. Denn wer sich eingängig mit dem Sonnenhormon beschäftigt hat, weiß, dass Vitamin D eine entscheidende Rolle für die Funktion des körpereigenen Immunsystems spielt. Dies lässt sich sowohl theoretisch herleiten wie auch in wissenschaftlichen Studien belegen. 

Schon im November 2020 veröffentlichte die Deutsche Stiftung für Gesundheitsinformation und Prävention (DSGiP) zwei Papiere, welche diese Zusammenhänge ausführen [1, 2]. Auch das renommierte Deutsche Krebsforschungszentrum (DKFZ) in Heidelberg sieht den Nutzen und vor allem die Sicherheit von Vitamin D als ausreichend erwiesen an, forderte eine gezielte Supplementierung von Risikopatienten im Zusammenhang mit COVID 19 und kommentierte im Oktober 2020 [3]:

„Angesichts der Dynamik der COVID-19-Pandemie und der nachgewiesenen Sicherheit einer Vitamin-D-Supplementierung erscheint es daher höchst umstritten und möglicherweise sogar unethisch auf die Ergebnisse weiterer evidenzbasierter Studien zu warten, bevor Maßnahmen im Bereich der öffentlichen Gesundheit ergriffen werden.“

Deutsche Medien tun sich immer noch schwer mit dem Sonnenhormon – doch auch hier ist etwas in Bewegung

Blickt man auf die Berichterstattung zum Thema Vitamin D in etablierten Medien, so trifft man nicht selten auf Artikel, die nicht den aktuellen Forschungsstand widerspiegeln und im letzten Satz stets vor „gefährlicher Überdosierung“ warnen, meist allerdings ohne Belege in Form von Studien aufzuführen. Doch es geht auch anders: Einen besonders beachtlichen Beitrag veröffentlichte Ende Januar 2021 die Frankfurter Allgemeine Zeitung unter dem Titel „VITAMIN-D-THERAPIE: Mit Licht und Fisch gegen Corona.“ Wie haben uns es nicht nehmen lassen, eine konstruktiv-kritische Replik auf diese Recherche zu schreiben.[4]

Doch auch in Fachkreisen öffnen sich Diskursräume. Gerade erst widmete das Deutsche Ärzteblatt einen besonders umfangreichen Beitrag dem Thema [5] und Anfang des Monats führte eine fränkische Regionalpublikation ein äußerst aufschlussreiches Interview mit dem Vitamin-D-Forscher Professor Stefan Pilz von der Universität Graz [6].

Vitamin-D-Wissen kompakt – Das neue Buch von Prof. Dr. med. Jörg Spitz

Bei aller gebotenen Bescheidenheit ist es nicht übertrieben, Prof. Dr. med. Jörg Spitz, den Gründer der Akademie für menschliche Medizin, als einen der versiertesten Vitamin-D-Experten des Landes zu bezeichnen. Bereits während seiner ersten Karriere als Nuklearmediziner (im letzten Jahrhundert) gehörten Vitamin-D-Bestimmungen zur Knochendiagnostik in seinem Speziallabor zum beruflichen Alltag. Seit die erweiterte Bedeutung von Vitamin D vor rund anderthalb Jahrzehnten bekannt wurde, engagiert sich Spitz  für die Aufklärung um den Nutzen des Sonnenhormons. Auch wenn durch die aktuelle Pandemie das Thema Vitamin D – wie aufgezeigt – vermehrt in den Mainstream Einzug gehalten hat, so ist die Geschichte mit dem positiven Nutzen des Sonnenhormons auf das Immunsystem längst nicht zu Ende erzählt.

„Vitamin D – Immer wenn es um Leben und Tod geht“ ist die Neuauflage des ersten Vitamin D-Buches, das Spitz vor 13 Jahren noch selbst verlegen musste, da die großen Verlage kein Interesse an dem Thema zeigten. Es bietet eine Bestandsaufnahme der Mangelsituation in der Bevölkerung, benennt wichtige Kofaktoren für die Wirksamkeit von Vitamin D, trägt die aktuellen Erkenntnisse hinsichtlich der Prävention vor den großen Zivilisationskrankheiten zusammen und dient als sicherer Wegweiser für die Frage, was es bei der richtigen Supplementierung zu beachten gilt. 

Nach einem halben Jahr zunehmend erfreulicher Medienberichte zum Thema Vitamin D kommt dieses Buch genau zur richtigen Zeit. Wie aufgezeigt, lässt sich mit ein wenig detektivischen Gespür mittlerweile auch in deutschen Publikumsmedien eine konstruktive, faktentreue Berichterstattung zum Thema Vitamin D finden. Doch einen entscheidenden Vorteil hat ein Buch im Vergleich zur digitalen Spurensuche natürlich noch:

Sie können sich damit gemütlich auf die Terrasse, den Balkon oder in den Park setzen und beim Lesen nicht nur Wissen sondern gleich auch Vitamin D tanken! 

Fazit: Die Beschäftigung mit den gesundheitlichen Wirkungen von Vitamin D und Sonne gehört zur Grundausrüstung einer selbstverantwortlichen Gesundheitsprävention. Vitamin D ist kein Wundermittel sondern aufgrund seiner vielfältigen Beteiligung im Zellstoffwechsel und seiner immunologischen Wirkungen eine notwendige Voraussetzung für die Erhaltung und in vielen Fällen für die Wiedererlangung der Gesundheit. Es ist bei weitem nicht der einzige Baustein, aber eine der tragenden Säulen neben der Ernährung, der körperlichen Bewegung, der Zusammensetzung des Mikrobioms und der mentalen Stabilität. Die Lektüre des Buches ist insofern jedem gesundheitsbewussten Menschen und natürlich unseren Lesern zu empfehlen.

Quellenverzeichnis:

[1] Plan B - Eine Toolbox zur Stärkung des eigenen Immunsystems in Zeiten von SARS-CoV-2 und COVID-19

[2] Vitamin D und COVID-19 - Der Einfluss des Sonnenhormons auf Inzidenz und Verlauf von COVID-19-Erkrankungen in Alten- und Pflegeheimen

[3] Vitamin D Insufficiency May Account for Almost Nine of Ten COVID-19 Deaths: Time to Act. Comment on: “Vitamin D Deficiency and Outcome of COVID-19 Patients”. Nutrients 2020, 12, 2757

[4] Wendepunkt im Mainstream? – Vitamin D und COVID-19 in der Frankfurter Allgemeinen

[5] COVID-19 und Supplementierung: Vitamin D – in der Pandemie hinterfragt und doch empfohlen

[6] Vitamin D-Überdosierung: Experte Stefan Pilz klärt auf - Wie viel ist zu viel?

Beitragsbild: ipicgr auf pixabay

von Prof. Dr. med. Jörg Spitz & Sebastian Weiß

Erscheinungsjahr 2020

von Jörg Spitz, Sebastian Weiß

Erscheinungsjahr 2019

von Prof. Dr. med. Jörg Spitz, Alexander Martens, Sebastian Weiß

Erscheinungsjahr 2020