Anno Jordan

Kein europäisches Land ist so hart von der aktuellen COVID-19 Pandemie betroffen wie Großbritannien. Der britische Gesundheitsminister Matt Hancock hat daher und aufgrund der zunehmenden Evidenz der Wirkung von Vitamin D bei der Prävention und Behandlung von COVID-19-Patienten entschieden, Älteren und Gefährdeten mindestens für drei Monate kostenlos entsprechende Vitamin D-Supplemente zur Verfügung zu stellen. Über die genaue Dosierung beraten derzeit noch die damit von der britischen Regierung betrauten Experten.

Näheres zum Stand der Dinge finden Sie in diesem Artikel des Guardian vom 14. November 2020: Covid - UK government requests guidance on vitamin D use

Warum die Hoffnung in die Wirkung von Vitamin D so hoch ist, belegen viele Studien. Einige besonders wichtige haben wir hier für Sie zusammengestellt (inkl. Links bei den frei verfügbaren Publikationen):

  • Epidemiologie: 
  • Vitamin D-Mangel bei Lungenversagen:
  • Ergebnisse bei der Behandlung mit Vitamin D:
    • Prospektive Studie: Effekt einer Vitamin D Therapie bei 76 COVID-19 Patienten im Vergleich zur besten verfügbaren Behandlung in Bezug auf die Notwendigkeit einer Verlegung auf die Intensivstation (2% nach Vitamin D-Gabe vs. 50 % ohne Vitamin D) - Die sogenannte Marta- oder Lissabon-Studie
      Entrenas Castillo M, Entrenas Costa LM, Vaquero Barrios JM, et al. "Effect of calcifediol treatment and best available therapy versus best available therapy on intensive care unit admission and mortality among patients hospitalized for COVID-19: A pilot randomized clinical study". J Steroid Biochem Mol Biol. 2020;203:105751. doi:10.1016/j.jsbmb.2020.105751

    • Multizentrische Querschnitts-Beobachtungsstudie: Intervention mit hohen Dosen Vitamin D reduziert die Sterblichkeit unter Berücksichtigung des Vitamin D-Ausgangswertes um 47% - Die sogenannte Manchsterstudie
      Ling, S. F. et al. (2020) ‘Vitamin D Treatment Is Associated with Reduced Risk of Mortality in Patients with COVID-19: A Cross-Sectional Multi-Centre Observational Study’, SSRN Electronic Journal, 44(0). doi: 10.2139/ssrn.3690902.

Hinzu kommen 59 neue angemeldete oder schon laufende internationale evidenzbasierte Studien zur Therapie von schweren COVID-19 Erkrankungen mit Vitamin D (siehe: https://clinicaltrials.gov/ct2/home, Stand 4.11.2020)

Fazit: Es ist unzweifelhaft, dass der persönliche Vitamin D-Status bei der Entwicklung einer COVID 19-Erkrankung eine entscheidende Rolle spielt. Weiter mehren sich die Hinweise darauf, dass die Behandlung mit hohen Dosen Vitamin D insbesondere bei kritisch betroffenen Patienten die Mortalität und Morbidität der Betroffenen signifikant reduzieren kann. Es wäre medizinisch absolut unethisch, diese Chance nicht zu nutzen. Hinzu kommt, auch aus ökonomischer Sicht, dass diese Behandlungsmethode preiswert, effektiv und ohne Nebenwirkungen bzw. Spätfolgen eingesetzt werden kann. 

Offensichtlich hat sich in der britischen Regierung diese Erkenntnis inzwischen durchgesetzt. Es bleibt zu hoffen, das Deutschland auf dem Fuße folgt. Helfen Sie mit dabei, eine entsprechende Meinungsbildung auf der prothetischen Ebene zu fördern und geben Sie die Information weiter!

Ihr

Wissenschaftsteam der AMM 

 

Beitragsbild: von Alexandra_Koch auf Pixabay

von Prof. Dr. Jörg Spitz

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