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Tumorwachstum durch Mobiltelefone? – Im Zweifel abschalten!

Franziska Wissen

Franziska Wissen

2012 Studium an der Maastricht University (Master of Health Promotion and Health Education). Selbstständige Gesundheitswissenschaftlerin in Projekten der ganzheitlichen Gesundheitsförderung, u.a. in der Raucherentwöhnung, Tabak- und Alkoholprävention, Unternehmenscoaching (Ernährung, Bewegung und Stressmanagement). Mitglied des Vorstandes bei der Deutschen Gesellschaft für Paläoernährung (DGPE).
Franziska Wissen

Medscape Deutschland, eine nationale und internationale Internetplatforn und Informationsquelle für Deutsche Mediziner berichtet aktuell von einer neuen Studie in Bezug auf die negative Wirkung von Mobilfunkfeldern auf bereits vorhandene Tumore und die diesbezügliche Diskussion von Experten.

Bislang gab es laut der IARC, der Internationalen Krebsforschungsagentur der Weltgesundheitsorganisation (WHO) „keine klaren Beweise für eine krebsauslösende oder auch tumorfördernde Wirkung von Mobiltelefonen“. Prof. Dr. A. Lerchl kommt in seiner aktuellen Studie der Universität Bremen und Wuppertal zum Ergebnis, dass Mobilfunkfelder die Ausbreitung von vorhandenen Tumoren bei Mäusen verstärken. Ob dieser Wirkungsmechanismus auch auf Menschen übertragen werden kann, ist noch nicht bestätigt.

Die sehr vorsichtige Einstufung der IARC, die Handystrahlen als „möglicherweise oder auch vielleicht krebserregend“ in die Stufe 2b eines 4 stufigen Bewertungssystems einteilt sollte nochmals kritisch überdacht werden.

Lerchl, Alexander; Klose, Melanie; Grote, Karen; Wilhelm, Adalbert F X; Spathmann, Oliver; Fiedler, Thomas et al. (2015): Tumor promotion by exposure to radiofrequency electromagnetic fields below exposure limits for humans. In: Biochemical and biophysical research communications 459 (4), S. 585–590. DOI: 10.1016/j.bbrc.2015.02.151.

Strahlenschützer nennen Schutzmaßnahmen!

Das Bundesamt für Strahlenschutz, welches die aktuelle Studie in Auftrag gegeben hatte, rät einstweilen zu verschiedenen Vorsichtsmaßnahmen:

  • Wenn möglich, sollte das Festnetztelefon genutzt werden, und Handy-Gespräche möge man kurz halten.
  • Beim Kauf der Geräte sollten Verbraucher auf einen möglichst niedrigen SAR-Wert achten.
  • Schließlich empfiehlt das Bundesamt für Strahlenschutz, bei schlechtem Empfang nicht mit dem Handy zu telefonieren, weil die Geräte dann automatisch die Sendeleistung erhöhen. Hier könnte eine gute Antenne (im Auto) oder ein Head-Set Abhilfe leisten.

Gemäß Angaben des Statistischen Bundesamtes wird in 9 von 10 Haushalten mit dem Handy telefoniert, meist gibt es mehrere Geräte. Biologische Mechanismen, mit denen die Strahlung von Handys oder Sendeanlagen Krebs auslösen könnten, sind bisher nicht bekannt.

Aus unserer Sicht sollten die Empfehlungen der Strahlenschützer, im Sinne der Minimierung von Schadeinflüssen bei Beachtung der Grundlagen einer menschlichen Medizin und Prävention, Berücksichtigung finden. Ein wahrscheinlich im Vergleich noch viel größerer Schadeinfluss ist allerdings die dauernde Online-Verfügbarkeit per Mobiltelefon, die zum Dauerstress und den entsprechenden negativen Auswirkungen führt.

Grundregel daher: Gehirn einschalten und Handy oft genug abschalten!

 

Kompletter Artikel für Metscape-Mitglieder…


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