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Transfettsäuren und kognitive Schwächen – da fehlen einem die Worte!

Jörg Spitz

Jörg Spitz

Facharzt für Nuklearmedizin, Präventionsmediziner, Gründer der Deutschen Stiftung für Gesundheitsinformation und Prävention und der Akademie für menschliche Medizin,Autor/Herausgeber mehrerer Bücher zum Thema Vitamin D, Veranstalter der Konferenzen Vitamin D-Update 2011/2013 sowie des 1. Kongresses für menschliche Medizin, Frankfurt 2014, Entwickler eines ganzheitlichen Präventionskonzepts unter dem Label: Spitzen-Prävention
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Schon seit geraumer Zeit zeigen Studien, dass der erhöhte Genuss von Transfettsäuren mit einer Verstärkung von aggressiven und depressiven Symptomen und einer Erhöhung des kardiovaskulären Risikos beim Menschen verbunden ist. In einer vor kurzem veröffentlichten Studie haben sich Transfette zudem als Auslöser von schlechten kognitiven Leistungen bei jüngeren Erwachsenen erwiesen:

http://journals.plos.org/plosone/article?id=10.1371/journal.pone.0128129

Transfette sind das Ergebnis der industriellen Lebensmittelproduktion und kommen in der Natur nur selten vor, zum Beispiel in Milchproduktion und in Rindfleisch/Rinderfett. Anders als bei künstlich erzeugten Lebensmitteln, wird aber die in Milcherzeugnissen enthaltene Trans-Vaccensäure über den Stoffwechsel in konjugierte Linolsäuren umgewandelt, die für den menschlichen Körper unkritisch sind.

Foto: Rainer Sturm / pixelio.de

Foto: Rainer Sturm / pixelio.de

Aber zurück zu den industriell hergestellten Fettsäuren. Diese kommen insbesondere in Convenient- und Junk-Food in hohen Anteilen vor. Bei Backmargarine liegt der prozentuale Anteil im Gesamtfett immer noch bei ca.4% (max. 37%), bei Donuts bei 13% (max. 30%) und beispielsweise bei Pommes Frites bei 2% (max. 9%). Mehr dazu siehe auch: Transfettsäuren in Lebensmitteln.

 

Die oben genannte Studie konnte zeigen, dass der Genuss von Transfettsäuren bis zu einem Lebensalter von 45 Jahren signifikant mit einer Verschlechterung der kognitiven Leistung verbunden ist. Die Studie umfasste zunächst 1018 Männer und Frauen mit einem Lebensalter >= 20. Durch den Ausschluss von Personen mit bekanntem Diabetes, hohen LDL-Werten und Frauen im fortpflanzungsfähigen Alter, schloss die Studiengruppe im Endeffekt 694 Männer ein.

In einer “wiederkehrende Wörter” Aufgabe wurden den Teilnehmer nacheinander einen Satz von 104 Wortkarten präsentiert. 82 Karten zeigten dabei ein Wort zum ersten Mal, während 22 Karten Wörter zeigten, die schon zuvor dargestellt worden waren. Die Teilnehmer mussten erklären, ob ein Wort neu (zum ersten Mal vorgelegt) oder wiederkehrend war (zuvor vorgestellt).

Der Altersbereich der Studienteilnehmer umfasste 20 bis 85 Jahre. Die durchschnittliche Wortspeicher-Fähigkeit (von möglichen 104) betrug korrekte 85 Wörter für neue oder wiederkehrende Wörter. Der Mittelwert lag bei 86 Wörtern in der Altersgruppe <45 Jahre; und bei 85 für ≥45 Jahre.

Höhere Transfett-Anteile in der Nahrung zeigten einen signifikant negativen Bezug auf die Worterinnerungsleistung bei Erwachsenen im Alter <45 Jahre, also den Jahren, in denen sehr viel produktive und kreative Arbeit geleistet wird.

Jedes Gramm zusätzliches Transfett pro Tag war mit 0,76 weniger Wörtern Erinnerungsleistung assoziiert (p=0,006).

Die Relevanz des Effekts, sollte vor allem im Zusammenhang mit dem Umstand gesehen werden, dass die Transfettaufnahme bei Teilnehmern bis zu 28 Gramm Transfette pro Tag lag, was bei einem Mann unter 45 schätzungsweise 21 weniger richtige Wort-Antworten, bei einem Durchschnittswert von 86 bedeuten kann!

Die Ergebnisse unterstützen den Schritt der amerikanischen FDA-Behörde (U.S. Food and Drug Administration), die Bewertung der Transfettsäuen als „allgemein sicher anerkannt“ zurückzunehmen und auf eine „Null-Transfett-Verwendung“ in Lebensmitteln hinzuarbeiten (siehe: FDA-Mitteilung vom 16.6.2015). Nur Europa schläft weiter!


Fazit: Verzichten Sie unbedingt und sofort, soweit wie irgend, möglich auf industriell hergestellte Lebensmittel mit hohen Transfettanteilen – Ernähren Sie sich natürlich und optimieren Sie die Zufuhr von mehrfach ungesättigten Omega 3 Fetten, Olivenöl und zum Braten dann Kokosfett, dann stehen die Chancen gut, dass Sie Ihren Enkeln noch vieles erzählen können.

 


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